Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0310/27798.html    Veröffentlicht: 07.10.2003 16:12    Kurz-URL: https://glm.io/27798

Macrovision verhindert Verkauf von Kopierschutzdekodern

Media Markt darf Videostabilisator Macro 2000 nicht mehr verkaufen

Wer mit Macrovisions Kopierschuz versehene Videokaufkassetten oder DVD-Spielfilme analog ohne gravierende Bildstörungen kopieren will, benötigt dazu die Hilfe von elektronischen Kopierschutzdekodern wie dem "Videostabilisator Macro 2000". Diesen hat laut Macrovision der Elektronikmarkt Media Markt vertrieben, was nun per einstweiliger Verfügung gerichtlich untersagt wurde.

Möglich wurde dies dank der am 12. September 2003 in Kraft getretenen Novelle des Urheberrechts, die unter anderem die Umgehung von Kopierschutzsystemen verbietet. Die Produktion, der Verkauf, der Vertrieb und die Bewerbung von Geräten oder Software zu diesem Zweck sind seitdem nicht mehr erlaubt. Gleiches gilt für die Veröffentlichung detaillierter Anleitungen, wie Kopierschutzsysteme umgangen werden können.

Der Macro 2000 entferne den Kopierschutz von DVD-Spielfilmen und erlaube "perfekte" Videokopien, so Macrovision. Der Kopierschutzentwickler geht in seiner Pressemitteilung allerdings nicht darauf ein, dass über den analogen Videoausgang lediglich Kopien von zwar sehr guter Qualität angefertigt werden können, aber - anders als es das Wort perfekt suggeriert - keine hundertprozentig zum Original identischen, digitalen Kopien.

Sucht man in Google nach Macro 2000, finden sich viele deutsche Händler, welche das Produkt ebenfalls noch führen. Die Media-Markt-Kette dürfte wohl nicht der einzige, aber doch einer der prominenteren Händler sein, gegen die Macrovision einstweilige Verfügungen erwirken lässt.  (ck)


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