Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0309/27676.html    Veröffentlicht: 30.09.2003 09:23    Kurz-URL: https://glm.io/27676

Umfrage: Unternehmen überwachen jeden dritten Arbeitnehmer

Der Spion im Rechner

Bei mehr als jedem dritten Arbeitnehmer in Deutschland überwacht der Chef den PC-Arbeitsplatz. Dennoch genießt das Thema Sicherheit nicht überall höchste Priorität: Zwei von drei Internetnutzern geben an, mit ihrem Arbeitgeber keine betriebliche Vereinbarung über die private Online-Nutzung zu haben. Verständnis für die Nutzung von Überwachungsprogrammen durch den Arbeitgeber hat jedoch jeder zweite Mitarbeiter. Das ergab eine Online-Trendumfrage von Mummert Consulting und dem IT-Dienstleister InWorks.

Die Unternehmen sind durch die aktuellen Viren- und Wurmangriffe sensibler geworden, wenn es um die private Internetnutzung geht. So wurden 47 Prozent aller Sicherheitsverletzungen in Unternehmen im vergangenen Jahr durch Viren, Würmer oder Trojanische Pferde verursacht. Die Hälfte der Unternehmen macht Computerhacker dafür verantwortlich, 41 Prozent haben zudem auch eigene Mitarbeiter in Verdacht. Die Folge: Immer mehr Firmen kontrollieren die Surfgewohnheiten ihrer Angestellten durch spezielle Programme. Allein der Umsatz mit Filterprogrammen, die den Zugriff auf bestimmte Webseiten überwachen und sperren, wird bis 2007 weltweit um rund 300 Prozent steigen.

Die Akzeptanz bei den Mitarbeitern ist überraschend hoch: Fast die Hälfte der Befragten (44 Prozent) hätte Verständnis dafür, wenn ihr Arbeitgeber mit Überwachungsprogrammen arbeitet. Das Problem: Kommt es zum Streit, beispielsweise auf Grund zu langer privater Internetnutzung, ist die Rechtslage ohne Betriebsvereinbarung unklar. Hier steht das Persönlichkeitsrecht des Mitarbeiters gegen das Arbeitgeberinteresse an ordnungsgemäßer Erfüllung der Arbeitsaufgaben und dem Schutz der Unternehmensdaten.

Die Online-Umfrage von Mummert Consulting und dem IT-Dienstleisters InWorks wurde zwischen dem 15. August und dem 2. September 2003 durchgeführt. An ihr nahmen 460 Internetnutzer teil. Eine Repräsentativität beansprucht Mummert mit den Umfrageergebnissen nicht.  (ad)


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