Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0309/27666.html    Veröffentlicht: 29.09.2003 11:45    Kurz-URL: https://glm.io/27666

Neues von Photoshop, Illustrator, InDesign und GoLive

Engere Zusammenarbeit verschiedener Adobe-Produkte

Mit der Ankündigung neuer Versionen von Photoshop, Illustrator, InDesign und GoLive will Adobe die Verzahnung der Produkte aus eigenem Hause vorantreiben. So enthalten die neu vorgestellten Programmversionen einen so genannten Designprozess-Manager, um eine Dateiverwaltung zu vereinfachen und eine durchgängige Versionskontrolle im Team zu ermöglichen. Als Weiteres lassen sich mehr Dateiformate direkt in Dokumente oder Bilder einbinden.

Mit der Einführung des Designprozess-Managers "Version Cue" in die Komponenten von Photoshop, Illustrator, InDesign und GoLive verabschiedete sich Adobe auch gleich von den vertrauten Versionsnummern. Statt einer Nummerierung tragen die aktuellen Produkte nun ein "CS", das für die Abkürzung "Creative Suite" steht. Version Cue soll das Auffinden der jeweils jüngsten Version einer Datei sowie auch einer älteren Fassung stark erleichtern, indem Minibildchen der Dokumente angezeigt werden. Alternativ fahndet man nach XMP-Metadaten wie Anmerkungen, Urheber oder Datum eines Dokumentes.

Neben den einzeln angebotenen Produkten schnürt der Hersteller erneut ein Produktpaket, um mehrere Adobe-Produkte zu insgesamt günstigeren Preisen zu bekommen. Adobe bietet das Paket Creative Suite in den beiden Ausbaustufen Standard und Premium an. Während die Standard-Ausführung aus Photoshop CS, Illustrator CS und InDesign CS besteht, gehört zum Lieferumfang der Premium-Version zusätzlich noch GoLive CS und Acrobat 6.0.

Als Weiteres gehören die beiden Schriftenfamilien Warnock Pro und Brioso Pro im Open-Type-Format zum Lieferumfang des Pakets. Außerdem liegen den Programmpaketen Video-CDs von Total Training und ein Design Guide bei. Letzterer soll Lösungswege zu einem effizienten Workflow mit der Suite erläutern. Die Creative Suite wird mit einer Seriennummer ausgeliefert, was eine einfache Installation ermöglichen soll.

Die Creative Suite soll in deutscher Sprache für MacOS X 10.2.4, Windows 2000 und XP Ende Dezember 2003 in den Handel kommen. Die Standard Edition kostet dann 1.750,- Euro, während es die Premium Edition für 2.100,- Euro gibt. Photoshop-Besitzer erhalten die Creative Suite Standard Edition für etwa 830,- Euro und die Premium Edition zum Upgrade-Preis von rund 1.180,- Euro.

Ausführliche Informationen zu den Neuerungen der Versionen von Photoshop, Illustrator, InDesign und GoLive gibt es auf den folgenden Seiten. Auf Wunsch lassen sich die einzelnen Produktseiten direkt anspringen.

Als neues Tool in Photoshop CS bietet "Ebenen-Kompositionen" die Möglichkeit, ein Farbschema von einem Bild auf ein anderes oder von einer Ebene auf eine andere zu übertragen, um bequem verschiedene Design-Vorschläge zu erstellen. Bei der Korrektur für "Tiefen/Lichter" lässt sich der Kontrast von über- oder unterbelichteten Bildern verändern, ohne die Gesamtbalance des Fotos zu beeinträchtigen.

Mit dem überarbeiteten Text-Werkzeug bleibt Text entlang eines Pfades oder innerhalb einer Form vollständig editierbar. Zum Lieferumfang von Photoshop CS gehört ferner das bislang separat angebotene Camera-Raw-Modul, das Rohdaten aus den meisten Digitalkamera-Typen direkt bearbeitet. Die Histogramm-Palette zeigt ein Bild gleichzeitig mit seinem Histogramm an und schafft so einen besseren Überblick über vorgenommene Änderungen.

Farbschemata von unter verschiedenen Lichtbedingungen aufgenommenen Fotos lassen sich mit der Farbabstimmung bequem angleichen. Die Funktion "Gleiche Farbe" erfasst Farbstatistiken von Bildern oder Elementen, überträgt sie auf andere und ermöglicht so eine schnellere, harmonischere Darstellung von Aufnahmen einer Fotoserie.

Zum Lieferumfang von Photoshop CS gehört erneut Image Ready in der aktuellen Ausführung CS mit einer überarbeiteten Bedienoberfläche. Mit Hilfe von so genannten Smart Guides sollen sich Objekte bequemer auswählen, gruppieren und manipulieren lassen. Ferner wurde der Export von Photoshop-Dokumenten als Flash-Datei vereinfacht, wobei exportierte Vektor-Objekte sowie Text dabei im nativen Flash-Format belassen werden. Webdesigner können einen schlankeren, leichter zu bearbeitenden HTML-Code mit neuen Optionen für verschachtelte Tabellen und XHTML ausgeben.

Adobe will das deutschsprachige Photoshop CS für MacOS X ab der Version 10.2.4, für Windows 2000 mit Service Pack 3 und Windows XP zum Preis von 1.250,- Euro im Dezember 2003 auf den Markt bringen. Ein Upgrade von einer früheren Photoshop-Version gibt es für 290,- Euro. Zum Upgrade-Preis von 830,- Euro ist ein Wechsel zur Creative Suite Standard möglich; der Aufstieg von Photoshop zur Creative Suite Premium schlägt mit rund 1.180,- Euro zu Buche.

Texte und grafische Formen lassen sich in Illustrator CS mit den 3D-Effekten "Extrudieren", "Abschrägen" und "Drehen" schnell und einfach in 3D-Objekte umwandeln. Ferner zeigt der Effekt "Zuordnen von Bildmaterial", wie sich ein Design in das Erscheinungsbild eines Produkts einfügt, was besonders bei der Präsentation neuer Designs für einen Kunden von großer Hilfe sein soll. Dabei kann jede Grafik auf die Oberfläche eines 3D-Objekts übertragen werden.

Der Live-Effekt "Scribble" simuliert eine Handzeichnung und lockert förmliche Design-Elemente auf oder maskiert sie. Der Alle-Zeilen-Setzer soll die Erstellung perfekt gesetzten Textes und dessen Bearbeitung über verschiedene Applikationen hinweg ermöglichen. Illustrator CS bietet außerdem eine höhere Geschwindigkeit, was man besonders beim Ausdruck, bei der Anzeige großer Dateien, der Verwaltung von Bildern mit mehreren Ebenen und deren Sicherung bemerken soll. Aber auch das Sichern sowie der Export von Projekten in Druck-, Web- und native Formate nimmt wesentlich weniger Zeit in Anspruch.

Sämtliche typografischen Werkzeuge in Illustrator CS wurde auf Basis einer neuen Unicode-basierten Technik aktualisiert. Innerhalb der OpenType-Palette finden sich zahlreiche typografische Funktionen wie die Option für kontextabhängige und Schwungschrift-Alternativen. Stilvorlagen erleichtern die Textformatierung und sollen eine konsistente Anmutung des gesamten Dokuments garantieren.

Illustrator CS beherrscht die Ausgabe von PDF 1.5 (Acrobat 6.0), wobei sogar alle Ebenen beim entsprechenden Export erhalten bleiben sollen. Ferner sollen sich Grafiken besonders leicht in Applikationen von Microsofts Office-Suite übertragen lassen. Als Weiteres bietet Illustrator CS einen überarbeiteten Druckdialog.

Illustrator CS soll in deutscher Sprache für MacOS X ab der Version 10.2.4, Windows 2000 und XP im Dezember 2003 zum Preis von 770,- Euro in den Handel kommen. Besitzer früherer Versionen von Illustrator erhalten für etwa 290,- Euro ein Upgrade auf die aktuelle Version.

Die DTP-Software InDesign CS erhielt einen neuen Texteditor und bietet eine Separationsvorschau sowie eine Vorschau für Transparenzreduzierung, um Änderungen direkt am Bildschirm zu überprüfen, was kostspielige Fehler noch vor der Drucklegung oder Belichtung vermeiden soll. Besonders beim Zoomen, Navigieren, beim Ausdruck, beim Import von Photoshop-Dateien sowie bei der Ausgabe von PDF-Dateien soll InDesign CS deutlich schneller agieren.

Für komplexe Formatierungsaufgaben soll die Unterstützung von DTD (Document Type Definitions) die Validierung von XML automatisieren und somit den Layout-Prozess durch die Erstellung strukturierter Vorlagendateien erleichtern sowie die Weiterverwendung von Inhalten vereinfachen. Eine neue, verankerbare und kontextsensitive Kontrollpalette soll es ermöglichen, Text, Objekte und Tabellen komfortabel über nur eine Palette zu bearbeiten. Der Editor für Konturformate erzeugt gestreifte, gepunktete und gestrichelte Konturformate. Ferner lassen sich in über Textrahmen verketteten Tabellen Kopf- und Fußzeilen definieren und erscheinen an der richtigen Stelle.

Beim Umgang mit Dateien lernte InDesign CS dazu: So lassen sich Photoshop-Dateien, die Duplex- und Schmuckfarben enthalten, direkt in das Programm platzieren und natürlich auch drucken. Aber auch der Import aus anderen DTP-Programmen wurde verbessert, so dass sich Daten aus Quark XPress 3.3 bis 4.1 sowie aus PageMaker einlesen lassen. Als Weiteres ist der Im- und Export von PDF-Daten integriert worden. Schließlich soll der Befehl "Verpacken für GoLive" Komponenten aus InDesign CS exportieren, in GoLive importieren und über einen speziellen Betrachter in ein Web-Layout einbauen.

InDesign CS für MacOS X 10.2, Windows 2000 und XP soll in deutscher Sprache Ende Dezember 2003 zum Preis von rund 1.350,- Euro erhältlich sein. Upgrades von der Vorversion gibt es für 290,- Euro. Zum Lieferumfang gehört eine DVD mit einem Workshop des Anbieters Total Training, der Anwender schnell mit den neuen Funktionen vertraut machen soll.

Ein überarbeiteter CSS-Editor in GoLive CS soll die Entwicklung von CSS2-Seiten vereinfachen, wobei sich diese nach Herstellerangaben in verschiedenen Browsern und auf unterschiedlichen Endgeräten testen lassen. Bei Auswahl eines Textblocks im Layout-Modus erscheint in einem separaten Fenster eine Vorschau der internen und externen Stile, die der Entwickler dann per Mausklick anwenden kann.

Bei der Arbeit mit Quellcode gibt die Software während der Eingabe von Programmierzeilen in einem separaten Fenster Vorschläge für Befehle, die man bequem auswählen kann. Mit Hilfe der Funktion 360Code soll sich die Integrität des Codes leicht prüfen lassen, um Fehler zu beheben.

Mit QuickTime-Authoring werden interaktive Inhalte für Web und mobile Geräte auf Basis der Programmiersprache QuickTime Wired Action von Apple erstellt, wobei sich damit auch Video-Quelldateien verschiedener Formate öffnen lassen. Die PDF-Funktion in GoLive CS erlaubt sowohl den Im- als auch den Export von PDF-Dateien. Beim PDF-Import lassen sich Hyperlinks und Lesezeichen im Dokument erstellen und bearbeiten. Ferner lassen sich Daten aus InDesign CS über die in der DTP-Software enthaltene Funktion "Verpacken für GoLive" bequem in GoLive CS übernehmen.

Das deutschsprachige GoLive CS für MacOS X 10.2, Windows 2000 und XP soll Ende Dezember 2003 zum Preis von 570,- Euro in den Regalen stehen. Ein Upgrade von der Vorversion kostet 235,- Euro. Zum Lieferumfang zählt eine Lizenz für Adobe GoLive Co-Author.  (ip)


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