Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/9903/2745.html    Veröffentlicht: 03.03.1999 12:27    Kurz-URL: https://glm.io/2745

VIAG Interkom steigt beim Game Channel ein

Telefondienst- und Internetanbieter VIAG Interkom beteiligt sich mit 50 Prozent an dem von Bertelsmann gestarteten Game Channel und stellt einen speziellen Einwahlknoten für Online-Spiele zur Verfügung. Damit ermöglicht der Game Channel in Deutschland seinen Kunden ein sogenanntes "Gaming by Call", das Spielen per direkter Einwahl. Ziel ist es, den Kunden "Massive Multiplayer Games" zu bieten, an denen hunderte von Mitspielern teilnehmen können, ein Spielegenre, das im Spielemarkt immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Der Spieler wählt sich dazu über eine Client-Software auf dem PC direkt in das VIAG Interkom Netz ein. Zum Monatsende erhält er eine aufgeschlüsselte Kostenübersicht über seine normale Telefonrechnung. Neben der Gebühr für die Einwahl in das VIAG Interkom Netz, die den Ortstarif beinhaltet, fallen lediglich für ausgewählte Angebote weitere Premium-Gebühren an. Über die Kosten für Spieler wurde jedoch noch nichts bekannt gegeben. Die verwendete Einwahlsoftware beruht dabei auf "Wireplay", eine in Großbritannien bereits erprobte Technik der British Telecom (BT), die Gesellschafter der VIAG-Interkom ist.

Mit dem Start des Game Channel übernehmen die Partner Bertelsmann und VIAG Interkom eine Pionierrolle im deutschen Online-Spielemarkt, die durch Kooperationen mit Spieleentwicklern und Verlagen weiter ausgebaut werden soll. Mit gemeinsamen Marketing- und Promotion-Aktivitäten soll der Start des Joint-Venture im April auf breiter Basis begleitet werden.

Kommentar:
Obwohl die Telefonkosten für Onlinespieler durch den in Kürze startenden Dienst mit Sicherheit nicht niedriger liegen werden, als über die normalen Internetprovider, dürfte es kaum zu Problemen mit einer langsamen Internetanbindung kommen. Schließlich haben gerade 3D-Action- und Echtzeitstrategiespiele hohe Ansprüche an stabile Datenraten, das Internet nur schwer befriedigen kann. Dafür begrenzt sich beim Game Channel das Spielen aber auf inländische Mitspieler - so bleibt die Wahl der Mitspieler denn noch national und das internationale Flair fehlt noch.  (ck)


© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/