Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0309/27384.html    Veröffentlicht: 10.09.2003 16:22    Kurz-URL: https://glm.io/27384

Warnung vor "Sündeneingeständnis" gegenüber Musikindustrie

Amnestie-Programm der RIAA birgt Gefahren

Zeitgleich mit der Klage gegen 261 private Nutzer von Tauschbörsen hat die Recording Industry Association of America (RIAA) auch eine Art "Amnestie-Programm" für Nutzer von Kazaa und Co. aufgelegt: Wer verspricht, nie wieder Filesharing-Programme für Urheberrechtsverletzungen zu nutzen, soll straffrei ausgehen. Unterzeichnet man diese Erklärung, muss man unter Umständen allerdings zukünftig noch mit Problemen ganz anderer Art rechnen.

Wie die Electronic Frontier Foundation (EFF) auf ihrer Website bekannt gibt, könnte das Unterzeichnen einer derartigen Erklärung einfach von anderen als Schuldeingeständnis und Grundlage für neue Klagen genutzt werden. Die RIAA selbst sei nicht in der Lage, irgendjemanden vor Zivilprozessen zu schützen, die etwa durch andere Rechteverwertungsgesellschaften angestrengt würden, auch wenn sie das derzeit die Nutzer von Tauschbörsen glauben lassen wolle.

Einzig gegen Klagen der RIAA selbst könne man sich durch das Unterzeichnen der Erklärung schützen - und auch das nicht unbedingt: Das Angebot gelte nämlich nur für Personen, die sich nicht ohnehin schon unter Beobachtung der RIAA befänden. Kein privater Nutzer kann sich allerdings sicher sein, ob er nicht schon von der RIAA beobachtet wird - und wenn dies der Fall sei, könne ein Schuldeingeständnis eine Klage seitens der RIAA deutlich vereinfachen.

Der US-Bürger Eric Parke hat auf Grund dessen den Spieß umgedreht und seinerseits in Kalifornien nun eine Klage gegen die RIAA eingereicht, wie das Wall Street Journal berichtet. Parke sieht das Programm der RIAA als irreführend an und will mit seiner Klage auf die Gefahr hinweisen, dass Unterzeichnern der Ablasserklärung Klagen von Dritten drohen könnten.  (tw)


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