Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0308/27092.html    Veröffentlicht: 25.08.2003 14:03    Kurz-URL: https://glm.io/27092

BBC stellt ihr Fernseh-Archiv ins Internet

Kostenloser Zugriff für die private Nutzung

Wie der BBC-Generaldirektor Greg Dyke am 24. August 2003 mitteilte, plant der staatliche britische Fernsehsender BBC, ausgewähltes Material aus seinem Fernseh-Archiv britischen Bürgern kostenlos zum Download per Internet zur Verfügung zu stellen. "Ich glaube, dass die nächste Phase [der digitalen Revolution] sich darum dreht, wie wir uns als eine Gesellschaft die neue Digitaltechnik zum Vorteil aller zu Nutze machen können - nicht nur für diejenigen, die es sich leisten können, dafür zu bezahlen", betonte Dyke in einer Rede auf dem Edinburgh Television Festival.

Greg Dyke
Greg Dyke
Die BBC habe vermutlich die beste Fernseh-Bibliothek der Welt, doch bis jetzt sei das riesige Archiv der Öffentlichkeit verschlossen gewesen, da es keine effektiven Distributionsmechanismen gegeben habe. "Doch die digitale Revolution und Breitband ändern all das. Es gibt erstmals einen einfachen und finanzierbaren Weg, diese Schatzkammer voller BBC-Inhalte allen zugänglich zu machen", schwärmt Dyke.

Das "BBC Creative Archive" soll ausgewähltes Material für die private, nicht kommerzielle Nutzung in Großbritannien zur Verfügung stellen. Dyke nannte als Beispiel, dass Kinder damit von zu Hause, in der Schule oder aus einer öffentlichen Bibliothek auf das BBC-Archiv zugreifen könnten, um damit kostenlos Hilfe für ihre Hausarbeiten oder Projekte bzw. Material für ihre Vorträge zu erhalten.

Dyke sieht die Öffnung von Teilen des BBC-Archivs als ein Beispiel für Initiativen mit öffentlichem Nutzen, die mit der zweiten Phase der digitalen Revolution einhergehen. Diese nach Glauben von Dyke gerade beginnende zweite Phase drehe sich mehr um öffentlichen anstatt privaten Nutzen, um kostenlose Inhalte und nicht um Bezahldienste, um "Inklusivität" und nicht um Ausschluss. Dyke weiter: "Insbesondere wird es darum gehen, wie öffentliche Gelder in Verbindung mit neuer Digitaltechnik die Leben aller verändern können".

Dyke stellte jedoch klar, dass die BBC nicht der einzige öffentlich geförderte Anbieter auf dem Feld der zweiten Digitalrevolutions-Phase sein werde. Weiteres Engagement würde von einer großen Auswahl an Organisationen gebraucht werden, darunter auch von lokalen Regierungen, Bildungseinrichtungen und Wohltätigkeitsverbänden sowie eine Partnerschaft zwischen dem kommerziellen Sektor und öffentlich finanzierten Partnern.

Ab wann und wie das BBC-Archiv online geht und ob es auch aus dem europäischen Ausland abrufbar sein wird, gab Dyke nicht bekannt. Die komplette Rede von Dyke findet sich auf der BBC-Website.  (ck)


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