Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0308/27006.html    Veröffentlicht: 20.08.2003 11:34    Kurz-URL: https://glm.io/27006

Test: Creative Muvo NX - Neuauflage des USB-MP3-Players

Stick jetzt mit Display und erweiterten Funktionen

Mit der Markteinführung des Muvo landete Creative Mitte 2002 einen Überraschungserfolg - die Kombination aus USB-Datenspeicher und portablem MP3-Player entwickelte sich schnell zum Bestseller und rief unzählige Nachahmer auf den Plan, so dass der Markt an derartigen Geräten mittlerweile fast schon unübersichtlich groß geworden ist. Creative hat derweil die Zeit genutzt, um den Muvo zu überarbeiten und mit zahlreichen neuen Funktionen auszustatten.

Auffälligste Neuerung ist sicherlich das Display - musste man beim bisherigen Muvo immer seine eigenen Musikkenntnisse überprüfen um herauszubekommen, welcher Song gerade läuft, genügt jetzt ein Blick auf die hintergrundbeleuchtete Anzeige. Neben Informationen zu Künstler- und Songtitel wird hier auch Auskunft über den Batteriestand gegeben. Aber auch die Bedienelemente wurden überarbeitet: Neben einem Play/Pause-Knopf, mit dem der Muvo NX auch ein- bzw. ausgeschaltet wird, finden sich an der Geräteseite zwei Tasten zum Regeln der Lautstärke sowie eine Navigationswippe. Per Druck auf diese Wippe wird das Menü aufgerufen und per seitlicher Bewegung dann Menü-Punkte wie der Equalizer, die diversen Wiedergabe-Modi, das Optionen-Menü oder die Tastensperre ausgewählt.

Muvo NX (128 MByte) mit zweitem Batteriefach
Muvo NX (128 MByte) mit zweitem Batteriefach
Auch über das Menü erreicht man den Unterpunkt Sprachaufzeichnung: Per eingebautem Mikro können in annehmbarer Qualität (8 kHz, 4 Bit) Gespräche mitgeschnitten werden. Die Aufnahmen werden als Wav-Datei abgelegt und können später problemlos auf den PC überspielt werden. Unser Testgerät war dabei mit seinem 128-MByte-internem Speicher in der Lage, insgesamt etwa acht Stunden Sprache in Mono aufzuzeichnen.

Neben MP3- können wie gewohnt auch WMA-Dateien wiedergegeben werden, eine Unterstützung für Ogg Vorbis oder MP3 Pro fehlt allerdings weiterhin. In puncto Klangqualität gibt es wie schon beim Vorgänger nichts zu meckern, zumal der 5-Band-Equalizer selbst eingestellt werden kann und nicht - wie bei den meisten anderen ähnlichen Sticks - nur mit voreingestellten Optionen daherkommt. Ebenfalls schön: Der neue Muvo kann zumindest ansatzweise Verzeichnisstrukturen verarbeiten und auch Songs abspielen, die in Unterverzeichnissen von bis zu einer Ebene gespeichert sind.

Der Anschluss an den PC erfolgt unproblematisch wie eh und je: Man zieht den USB-Stick aus dem Batteriefach und stöpselt ihn an einen freien USB-Port (unterstützt wird USB 1.1). Danach wird der Muvo als Wechsellaufwerk von Windows 98SE, ME, 2000 oder XP erkannt und kann per simplem Drag&Drop mit Daten gefüttert werden. Will man den Stick allerdings als MP3-Player und nicht als mobilen Datenträger einsetzen, empfiehlt sich die Nutzung der mitgelieferten Media-Source-Software von Creative, die das recht absturzfreudige Creative Play Center ablöst und neben der Möglichkeit zum Rippen von Audio-CDs zahlreiche Such-Optionen und Möglichkeiten zum Erstellen von Playlisten anbietet. Im Testbetrieb erwies sich allerdings auch Media Source nicht immer als stabil, von Zeit zu Zeit quittierte die Software beim Überspielen von Audio-Daten einfach den Dienst.

Eine sehr nützliche neue Funktion von Media Source ist die so genannte "SmartFit"-Option: Auf Wunsch werden MP3-Dateien vor dem Übertragen auf den Muvo in das WMA-Format umgewandelt, das bei stärkerer Kompression geringere Dateigrößen bieten soll, so dass man mehr an Musik im Speicher unterbringt. In der Software kann eingestellt werden, ob SmartFit immer oder nur auf Wunsch aktiviert sein soll und in welcher Qualität die WMA-Files codiert werden. Das Übertragen der Audio-Dateien dauert dann auf Grund der Konvertierung allerdings je nach Leistung des eigenen PCs zum Teil deutlich länger, als wenn man auf die SmartFit-Funktion verzichtet.

Muvo NX am I-Trigue
Muvo NX am I-Trigue
Nicht ganz so nützlich wie SmartFit ist der von Creative für den Muvo NX neu geschaffene M-Port: Erwirbt man ein neues Creative-Lautsprechersystem mit M-Port-Anschluss - etwa die neue I-Trigue L3450 oder I-Trigue L3500 - kann man den Muvo NX direkt in die Fernbedienung dieser Systeme stecken und dann die auf dem Muvo NX gespeicherte Musik über die Lautsprecher hören, ohne dass ein PC dazwischengeschaltet ist. M-Port ist allerdings nicht abwärtskompatibel: Creative hat dafür gesorgt, dass man weder den alten Muvo noch einen USB-Player anderer Hersteller an diese Lautsprechersysteme anschließen kann.

Hinsichtlich Maßen und Gewicht hat sich nur wenig geändert - mit Abmessungen von 36,7 x 74 x 16 mm und einem Gewicht von 43 Gramm inklusive Batterie ist das Gerät weiterhin extrem handlich und kompakt. Zudem hat man auch etwas für die Optik getan: Das Batteriefach ist jetzt leicht metallisch-glänzend, außerdem wird das Gerät von Haus aus mit zwei Batteriefächern ausgeliefert, so dass man auch mal die Farbe seines Muvo wechseln kann. Creative will demnächst auch weitere Batteriefächer über seine Website anbieten, wer also wirklich noch mehr farbliche Abwechslung benötigen sollte, bekommt auch diesen Wunsch erfüllt.

Zum Lieferumfang des Muvo NX gehören neben der bereits beschriebenen Media-Source-Software-CD und zwei unterschiedlich farbigen Batteriemodulen auch ein Paar qualitativ solide Stereo-Ohrhörer, eine Kurzanleitung sowie ein Jogging-Armband mit Halterung und Clip, mit der sich der Muvo relativ sicher am Körper befestigen lässt und auch beim Sport nicht verrutscht. Auch eine AAA-Batterie steckt in der Packung, die für etwa neun bis elf Stunden Strom liefert - je nachdem, wie hoch die Lautstärke ist und welches Kompressionsformat gewählt wird. So ist der Verbrauch beim Abspielen von WMA-Dateien etwas höher, da diese Dateien stärker komprimiert sind und der Prozessor hier mehr leisten muss.

Die unterschiedlichen Farben des Muvo NX
Die unterschiedlichen Farben des Muvo NX
Ein Schnäppchen ist der neue Muvo übrigens nicht gerade - Creative will den Stick für 159,- Euro (128-MByte-Version, voraussichtlich erhältlich ab Anfang September 2003) bzw. 199,- Euro (256-MByte-Version, voraussichtlich erhältlich ab Anfang Oktober 2003) in den Handel bringen. Zumindest soll zur Markteinführung des Muvo NX der Preis der beiden erhältlichen "alten" Muvos gesenkt werden.

Fazit:
Während Creative beim ersten Muvo noch eine Vorreiterrolle zukam, ist der Muvo NX mehr eine Reaktion auf bereits auf dem Markt erhältliche Produkte - Extras wie ein Display oder ein integriertes Mikrofon können andere Hersteller bereits seit längerem bieten, zum Teil zudem zu deutlich günstigeren Preisen. Trotzdem wird auch der Muvo NX sicherlich wieder ein Verkaufserfolg: Das edlere Design, die gute Klangqualität und sinnvolle Extras wie die SmartFit-Funktion, der intelligente Equalizer und die sehr gute Verarbeitungsqualität sprechen jedenfalls eindeutig für das Gerät.  (tw)


© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/