Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0308/26986.html    Veröffentlicht: 19.08.2003 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/26986

Spieletest: RTX Red Rock - Action auf dem Mars

PlayStation-2-Titel von Lucas Arts

Lucas Arts hat sich in letzter Zeit bei der Veröffentlichung neuer Spiele vor allem auf bekannte Marken wie Indiana Jones oder Star Wars konzentriert, mit RTX Red Rock bringt man nun aber auch mal wieder einen Titel ohne berühmte Lizenz. Das 3rd-Person-Action-Adventure hat dabei einige vielversprechende Elemente zu bieten - andererseits aber auch mit einigen ärgerlichen Problemen zu kämpfen.

Im Mittelpunkt der Story steht der Ausnahmesoldat E.Z. Wheeler, der nach einem Unfall bei einem Einsatz sein linkes Auge und seinen rechten Arm verloren hat. Den Militärärzten gelang es aber, ihn zu heilen - und ihn mit neuen High-Tech-Körperteilen auszustatten, so dass Arm und Auge nun Übermenschliches leisten können. Dank seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten ist er auch der Einzige, der die Menschheit auf dem Mars noch retten kann, denn eine kürzlich dort gegründete Kolonie muss sich seit einiger Zeit gegen massive Angriffe böser Außerirdischer erwehren.

Screenshot #1
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Ganz alleine muss sich Wheeler der feindlichen Übermacht dann doch nicht stellen, ihm zur Seite steht das portable Computermodul Iris, das über ein weibliches Erscheinungsbild verfügt und mit dem Wheeler immer wieder an diversen Terminals kommunizieren kann - amüsante Sticheleien seitens der recht schnell eifersüchtigen und beleidigten Computer-Dame eingeschlossen. Die meiste Zeit muss er sich aber doch auf seine körperlichen Fähigkeiten verlassen, und die sind nicht ohne: Das synthetische Auge etwa erlaubt es ihm - ähnlich wie beim Gamecube-Titel Metroid Prime - zwischen verschiedenen Ansichten hin- und herzuschalten und durch das Aufspüren von Energiequellen etwa auch unsichtbare Gegner zu entdecken, die dem bloßen Auge verborgen bleiben.

Screenshot #2
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Auch der mechanische Arm hält viele Überraschungen bereit: Im Laufe der Zeit findet Wheeler immer wieder neue Aufsätze wie etwa Haken, aber auch Waffen wie Haken, Laser und Granatwerfer.

Screenshot #3
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Leider kommen die diversen Fähigkeiten von Wheeler innerhalb der insgesamt zehn recht weitläufigen Level nur recht begrenzt zur Geltung, letztendlich ist das Vorgehen fast immer dasselbe, schon bald stellt sich gepflegte Langeweile ein. Kleinere Rätsel, bei denen man etwa mal mit einem Kran ein paar Kisten verschieben muss, lockern den Spielablauf zwar auf, zumeist wird aber immer nur von Konsole zu Konsole gerannt und auf Außerirdische geschossen. Letzteres kann dabei recht frustierend werden: Die Zielautomatik funktioniert nicht wirklich so wie man es sich wünschen würde, oft ist man bereits mehrmals vom Gegner getroffen, bevor man ihn selber überhaupt anvisiert hat - der Schwierigkeitsgrad steigt so deutlich an, auch wenn jederzeit gespeichert werden kann.

Screenshot #4
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Auch sonst haben die Entwickler bei der Bedienung geschlampt, am schlimmsten beim Inventar: Gegenstände werden in drei Gruppen abgelegt, die allesamt per digitalem Steuerkreuz anzuwählen sind und dann durchsucht werden können. Steckt man allerdings gerade in einer brenzligen Situation und benötigt schnell etwas aus dem Inventar, kann man dies vor allem in späteren Leveln getrost vergessen - bis man den gesuchten Gegenstand gefunden und ausgewählt hat, ist das virtuelle Leben bereits ausgehaucht.

Screenshot #5
Screenshot #5
Optisch ist RTX Red Rock eine zwiespältige Sache: Die vorberechneten Zwischensequenzen sind hübsch anzuschauen, die Spielgrafik hingegen wirkt nur auf den ersten Blick ansehnlich - die sich beständig wiederholenden Marslandschaften mit ihren immer gleichen, etwas einfallslosen Texturen und die öfter mal einknickende Frame-Rate drücken deutlich auf den Spielspaß. Da kann auch die schöne Musik und die wirklich gute deutsche Synchronisation nicht mehr viel von der Atmosphäre retten.

Fazit:
Viele gute Ansätze, die fast alle ungeschickt verschenkt wurden: Aus RTX Red Rock hätte ein richtig gutes Action-Spiel im Stile eines Metroid Prime werden können, die hakelige Bedienung, das auf Dauer eintönige Gameplay und die technischen Mängel enttäuschen aber und lassen den Titel leider in der Masse durchschnittlicher 3rd-Person-Action-Spiele untergehen.  (tw)


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