Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0308/26944.html    Veröffentlicht: 14.08.2003 14:49    Kurz-URL: https://glm.io/26944

Deutsche Musikwirtschaft spammt Tauschbörsennutzer zu

Drohungen und Warnungen per Instant Messaging

Die Deutsche Landesgruppe der IFPI (International Federation of the Phonographic Industry) will ab sofort Teilnehmer von Tauschbörsen per Instant-Messaging Nachrichten zusenden, die Warnungen enthalten, die das Anbieten von urheberrechtlich geschützter Musik betreffen.

Die unverlangt zugesandten Botschaften könnte man gemeinhin auch als Spam bezeichnen. Sie sollen nach Angaben der IFPI mit den Messaging-Funktionen durchgeführt werden, welche die Filesharing-Programme selbst bieten. So wird folgender Text versendet:

"Warnung wegen Urheberrechtsverletzungen
Hallo Musikfan,

Sie bieten anderen Nutzern der Tauschbörse Musik an. Wir begrüßen Ihr Interesse an Musik, weisen jedoch darauf hin, dass Ihnen die entsprechend Berechtigten (wie z.B. Musiker, Komponisten und Tonträgerhersteller) für ein solches Angebot keine Genehmigung erteilt haben. Musik ist urheberrechtlich geschützt. In Ihrem eigenen Interesse machen wir Sie darauf aufmerksam, dass unautorisierte Musikangebote im Internet gegen das Urheberrechtsgesetz verstoßen. Urheberrechtsverletzungen können sowohl Schadensersatzforderungen als auch strafrechtliche Sanktionen zur Folge haben. Wir fordern Sie dringend auf, die Musiktitel nicht Dritten zur Verfügung zu stellen.

Komponisten, Textdichter, ausübende Musiker und Tonträgerhersteller können von ihrer Musik nur leben, wenn ihre Musik auch gekauft wird. Illegale Angebote in Tauschbörsen stellen die wirtschaftliche Existenz all jener in Frage, die an dem kreativen Prozess des Musikschaffens beteiligt sind. Im übrigen stellt die Teilnahme an Tauschbörsen auch ein Sicherheitsrisiko für Ihren Rechner dar. Leisten Sie Ihren Teil zur Förderung der musikalischen Kreativität und stellen Sie Ihr Angebot umgehend ein. Vielen Dank!"


Auch Musikindustrie-Vereinigungen in Australien, Kanada und Dänemark wollen in den Tauschbörsen Nutzer mit entsprechenden Texten anschreiben. Was mit dem Sicherheitsrisiko gemeint ist, blieb im Unklaren, genau so wie die Frage, ob außerhalb des Spammings auch noch andere Maßnahmen gegen die erfassten Tauschbörsianer ergriffen werden.  (ad)


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