Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0308/26927.html    Veröffentlicht: 14.08.2003 08:23    Kurz-URL: https://glm.io/26927

GEMA: Provider sollen sich wegen Tauschbörsen verantworten

Ist Musikpiraterie gleichzusetzen mit Kinderschändern und Nazis?

Prof. Dr. Jürgen Becker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der GEMA, hat die Popkomm 2003 eröffnet und forderte mit einem drastischen Vergleich dazu auf, beim Kampf gegen die Musikpiraterie im Internet die Provider als Zugangsvermittler in die Verantwortung zu nehmen.

"Allein die Access-Provider sind technisch in der Lage, die notwendigen Daten über Musikpiraterie im Internet zu ermitteln. Mit Recht werden jetzt schon die Access-Provider in dem Kampf um die Verhinderung nazistischer Propaganda im Netz einbezogen, ebenso wie bei den Ermittlungsmaßnahmen wegen des Verdachts sexuellen Missbrauchs von Kindern. So können sie doch auch im Kampf um den Musikdiebstahl im Netz, der in die Milliarden geht, in die Pflicht genommen werden. Hierüber müssen wir mit den Betroffenen selbst, aber auch mit der Politik sprechen", meint Jürgen Becker.

In seinem Grußwort unterstrich Becker zudem die Erwartung, dass der Umzug der Popkomm in die Hauptstadt Berlin zu einem intensivieren Dialog zwischen Vertretern der Musikautoren und der Politik führen möge: "Wir brauchen gerade in der Zukunft einen Messeplatz, auf dem alle, die für die Musikwirtschaft in Deutschland Verantwortung tragen, ihre Interessen und ihre Zukunftsthemen darstellen können. Dieser ist schließlich auch deshalb nötig, damit wir gemeinsam dafür sorgen können, dass das Musikleben in unserem Land vital und vielgestaltig bleibt."  (ad)


© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/