Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0307/26599.html    Veröffentlicht: 23.07.2003 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/26599

Spieletest: Evil Dead - A Fistful of Boomstick

Neues Action-Spiel für PlayStation 2 und Xbox

Über 20 Jahre ist es mittlerweile her, dass Sam Raimi mit seinem Low-Budget-Horrorfilm "Evil Dead" einen absoluten Überraschungserfolg erzielte und so eine der erfolgreichsten Horror-Reihen aller Zeiten ins Leben rief. Der Zahn der Zeit hat allerdings ein wenig an der Zombie-Hatz genagt - und ein Spiel wie A Fistful of Boomstick von THQ ist kaum dazu geeignet, der Serie wieder neues Leben einzuhauchen.

Schon bei der Hintergrundgeschichte hat man sich nicht sonderlich viel Mühe gegeben, das sattsam bekannte Szenario einer Runderneuerung zu unterziehen: Nachdem während einer Talkshow im Fernsehen von Dearborn eine Tonbandaufzeichnung des Buches aller Übel, des so genannten Necronomicon, ausgestrahlt wurde, öffnen sich mal wieder die Tore zum Reich des Bösen und lassen unzählige Untote die kleine Provinzstadt erstürmen. Zeit also, dass Hauptheld Ash mal wieder seine Kettensäge auspackt - und sich den Horden ewig gleicher Gegner in den Weg stellt.

Screenshot #1
Screenshot #1
Zwar verfügt Ash insgesamt über ein recht großes Arsenal an Waffen und kann auch mal auf Schwerter, Äxte oder eine Schaufel zurückgreifen, die meiste Zeit ist man aber am besten bedient, wenn man die altbewährte Kombination aus Schrotflinte und Kettensäge nutzt, um sich der bösen Brut in den Weg zu stellen. Wie üblich in der Evil-Dead-Reihe gibt sich auch A Fistful of Boomstick alles andere als zimperlich - herumfliegende Körperteile und in Strömen fließendes Blut erklären schnell, warum die USK dem Spiel keine Jugendfreigabe erteilte und der Titel im Handel somit nur an Personen über 18 Jahre verkauft werden darf.

Screenshot #2
Screenshot #2
Zusätzlich zum brutalen Vorgehen erlernt Ash im Laufe des Spiels allerdings auch noch ein paar Zaubersprüche, die teilweise optisch sehr nett umgesetzt wurden, ihren Reiz aber schnell auch wieder verlieren.

Screenshot #3
Screenshot #3
Der Schwerpunkt von A Fistful of Boomstick liegt eindeutig auf schnörkelloser Action. Zwar gibt es auch eine Reihe von Rätseln zu lösen, zumeist muss aber nicht viel mehr gemacht werden, als Schlüssel zu finden und diese dann an der richtigen Stelle einzusetzen. Erschwert wird dies allerdings dadurch, dass man ohne Karte auskommen muss und in den weitläufigen Arealen des Öfteren den Überblick verliert.

Screenshot #4
Screenshot #4
Auch optisch enttäuscht der Titel: Karge Texturen, verwaschene Grafiken und schwache Animationen sorgten zusätzlich dafür, dass sich kaum Spielspaß einstellen will. Einzig Ashs typisch arrogante Macho-Kommentare - die mal wieder vom Schauspieler Bruce Campbell gesprochen werden - bringen ein wenig Flair in die Angelegenheit.

Evil Dead: A Fistful of Boomstick ist für PlayStation 2 und Xbox im Handel erhältlich. Die beiden Versionen sind inhaltlich identisch und auch grafisch kaum voneinander zu unterscheiden.

Fazit:
Uninspirierter kann ein Spiel kaum sein: A Fistful of Boomstick bietet optisch und spielerisch anspruchsloses Gemetzel, das selbst absolute Fans der Serie nur sehr kurze Zeit begeistern dürfte. Schade, denn aus der Evil-Dead-Lizenz ließe sich sicherlich auch heute noch ein deutlich besseres Spiel mit viel mehr Atmosphäre machen.  (tw)


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