Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0307/26582.html    Veröffentlicht: 23.07.2003 09:31    Kurz-URL: https://glm.io/26582

Nikon D2H: Digitale Spiegelreflexkamera mit WLAN-Anschluss

Serienaufnahmen mit einer Geschwindigkeit von acht Bildern pro Sekunde

Nikon hat mit der D2H eine neue digitale Spiegelreflexkamera vorgestellt, die für Profifotografen vor allem im Action- und Pressebereich entwickelt wurde und sich durch besonders hohe Aufnahmegeschwindigkeit und Reaktionsschnelligkeit von anderen Kameras abheben soll. Die Kamera arbeitet mit 4,1 Megapixel und einer Aufnahmegeschwindigkeit von bis zu acht Bildern pro Sekunde.

Der von Nikon entwickelte CCD-Sensor im DX-Format misst 23,1 x 15,5 mm und soll über extrem geringes Rauschen und einen hohen Dynamikumfang verfügen. Das NEF-"Kombi"-Format ermöglicht eine gleichzeitige Speicherung der Aufnahmen als NEF-(RAW-) und JPEG-Datei. Alle Bilder können mit einer kurzen Sprachnotiz im WAV-Format verknüpft werden.

Die Auslöseverzögerung beträgt nur 37 Millisekunden und übertrumpft sogar die analoge F5 von Nikon. Die Sucherverdunkelung (Spiegelauslösung) wurde auf 80 Millisekunden reduziert. Die Kamera arbeitet zwischen ISO 200 und 1600 und bietet Verschlusszeiten zwischen 30 Sekunden und 1/8000 Sekunde.

Der mit einer Bilddiagonale von 2,5 Zoll ausgelegte TFT-Monitor mit 211.000 Pixeln auf der Rückseite des Magnesium-Bodys macht die D2H um 3 mm dicker als die F5. Der High-Eyepoint-Sucher mit 100-prozentiger Bildfelddeckung verfügt über ein zusätzliches vertikales Display, in dem unter anderem das Dateiformat, die Weißabgleichseinstellung und die Empfindlichkeit angezeigt werden.

Nikon D2H
Nikon D2H
Das Autofokussystem misst die Entfernung mit Hilfe von elf Messfeldern und deckt damit 75 Prozent des Bildfelds ab. Neun der elf Messfelder sind besonders empfindliche Kreuzsensoren, die in einer Matrix von drei Zeilen und drei Spalten angeordnet sind. Zwei weitere Sensoren dienen zur Erfassung von Objekten an den seitlichen Bildrändern.

Zur Hervorhebung der elf Messfelder im Sucher hat Nikon eine neue LED-Beleuchtung integriert, bei der das kompakte Prismenprofil beibehalten werden konnte. Die LED-Beleuchtung soll auch bei hellen Tageslichtszenen klar erkennbar bleiben. Der Multifunktionswähler kann, falls gewünscht, mit der AF-Startfunktion belegt werden, was vor allem bei sich schnell bewegenden Objekten von Vorteil ist, bei denen die automatische Schärfenachführung schnell zwischen unterschiedlichen Messfeldern wechseln muss.

Der Weißabgleich der D2H basiert wie schon bei der D1X, D1H und D100 einerseits auf den vom DX-Sensor erfassten Bilddaten und andererseits auf der 3D-Farbmatrixmessung mit dem separaten 1.005-Pixel-Sensor, die neben den Helligkeitsinformationen auch die Farbverteilung im Bildfeld berücksichtigt. Dazu kommt bei der D2H noch ein drittes Messsystem: Der prismatische Ambientsensor ermittelt die Farbtemperatur des Umgebungslichts unabhängig von den Farben des Motivs, was besonders bei Leuchtstoffröhren von Vorteil sein soll.

Der interne Speicher bietet eine Speicherkapazität für 40 Aufnahmen, so dass erst nach Füllen dieses Reservoirs die CompactFlash-Speicherkarte bemüht werden muss. Mit dem optional erhältlichen Sender WT-1 können die Bilddaten direkt von der Kamera aus über Funk an ein IEEE-802.11b-Wireless-LAN übertragen werden. Der 35 Gramm leichte Sender wird an der Bodenplatte der Kamera angesetzt und am Stativgewinde festgeschraubt. Die kleine mitgelieferte Antenne kann gegen eine 20 cm lange Antenne ausgewechselt werden, die eine Übertragung über größere Distanzen erlauben soll. Die Stromversorgung des WT-1 wird über die Kontakte in der Bodenplatte der Kamera sichergestellt. Der Datenaustausch zwischen Sender und Kamera erfolgt über die USB-2.0-Schnittstelle der Kamera.

Die Bildübertragung kann auf zwei Arten erfolgen: entweder als Streaming, bei dem alle Bilder automatisch gesendet werden, oder nach vorheriger Auswahl bereits gespeicherter Aufnahmen. Wie gewohnt kann vor der Aufnahme das Dateiformat festgelegt werden. Die Bildübertragung per FTP-Protokoll erlaubt auch die Auswahl bestimmter Zielordner beim Empfänger, was besonders bei Bildagenturen sinnvoll ist.

Das Gehäuse wiegt 1,07 Kilogramm, misst 158 x 150 x 86 mm und soll ab Oktober 2003 zu einem Preis von 4.000,- Euro auf den deutschen Markt kommen.

Zeitgleich stellte Nikon neue Objektive vor: Das AF DX Fisheye-Nikkor mit einer Brennweite von 10,5 mm bei F 2.8 kann mit und einer Kamera aus Nikons D-Serie Bilder mit einem Bildwinkel von 180 Grad aufnehmen. Das Objektiv erlaubt außerdem Aufnahmen in einem Motivabstand von 14 cm und soll 799,- Euro kosten.

Das neue AF-S DX Zoom-Nikkor mit einer Brennweite zwischen 17 und 55 mm bei F 2.8 besteht aus 14 Linsen in 10 Gruppen und enthält drei ED-Linsen (Extra-low Dispersion) sowie drei asphärische Linsen zur Reduktion von Verzeichnungen. Das Weitwinkelzoom kostet 1.649,- Euro.

Als Krönung gibt es ein 200- bis 400-mm-Zoom mit F 4.0 und einem Bildstabilisator. Der Bildstabilisator ermöglicht nach Herstellerangaben Aufnahmen mit bis zu achtfach verlängerten Verschlusszeiten (entspricht drei Blendenstufen) gegenüber Objektiven ohne VR-Funktion und erkennt Schwenkbewegungen automatisch. Die Optik ist aus 24 Glaslinsen (in 17 Gruppen) aufgebaut, von denen vier Linsen aus ED-Glas bestehen und wiegt 3,2 Kilogramm. Der Preis liegt bei 7.499,- Euro.  (ad)


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