Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0307/26530.html    Veröffentlicht: 23.07.2003 15:06    Kurz-URL: https://glm.io/26530

MouseTrapper: Ergonomischer Mausersatz

MouseTrapper soll Gesundheitsprobleme vermeiden

Seit kurzer Zeit bietet das dänische Unternehmen TestLab-System die ergonomische Eingabehilfe MouseTrapper Classic auch in Deutschland an. Um RSI-Syndrom, Tennisarm und Sehnenscheidenentzündungen vorzubeugen, bietet der MouseTrapper Classic über eine mechanische Konstruktion die Möglichkeit, die Maus direkt unterhalb der Tastatur mit dem Daumen zu steuern. Die kürzlich erschienene elektronische Variante des MouseTrapper ersetzt die mechanische Konstruktion durch ein bewegliches Touchpad.

Bei der klassischen Version des MouseTrappers wird die Computermaus rein mechanisch durch eine Rollstange kontrolliert, so dass die Maus bedient werden kann, ohne den Arm von der Tastatur zur Maus bewegen zu müssen. Selbst die linke und die rechte Maustaste werden so per Mechanik "ferngesteuert" - auf das Scrollrad muss man jedoch verzichten. Die Maus wird dazu in das vorgesehene Gestell eingesetzt, so dass sie jederzeit auch "normal" verwendet werden kann. Allerdings funktioniert die Vorrichtung nur mit Microsofts IntelliMouse, die im Lieferumfang enthalten ist.

MouseTrapper Classic
MouseTrapper Classic
Etwas weniger abenteuerlich als die Konstruktion des MouseTrapper Classic wirkt der neue MouseTrapper Electronic. Die mechanische Konstruktion wird hier durch ein bewegliches Touchpad namens Roller Pad Steering ersetzt, dessen Bewegungen über einen optischen Sensor an den PC übertragen werden. Eine Maus wird hier nicht benötigt, dank des durchgeschleiften PS/2-Anschlusses lässt sich aber zusätzlich eine Maus direkt an den MouseTrapper anschließen.

MouseTrapper Electronic
MouseTrapper Electronic
Das Roller Pad Steering (RPS) misst insgesamt 6 x 8 cm und ist vertikal unendlich scrollbar, während es horizontal Begrenzungen in der Bewegung gibt. Zudem enthält das RPS-Rollband eine Klickfunktion und direkt neben dem RPS-Rollband gibt es vier Kommandotasten, die sich mit verschiedenen Funktionen belegen lassen.

TestLab-System bietet die Geräte sowohl direkt über seine Website als auch über den Einzelhandel an. Die Preise liegen bei 146,- Euro für den MouseTrapper Classic bzw. 173,- Euro für den MouseTrapper Electronic.

Kommentar:
Die Golem.de-Redaktion konnte die Geräte eine Weile ausprobieren - beide Produkte scheinen ihren Zweck zu erfüllen: Sie erlauben eine Mauszeigersteuerung, ohne die Hand von der Tastatur nehmen zu müssen, und dienen gleichzeitig als Handballenauflage, was beides in Textverarbeitungen von Vorteil ist. Für grafische Anwendungen und Spiele ist allerdings der zusätzliche Einsatz einer Maus nötig. Mousetrapper richtet sich somit primär an Anwender, die überwiegend Tastatur-Eingaben tätigen und nur gelegentlich die Maus zur Steuerung einsetzen.

Besitzt man bereits eine ergonomische, geschwungene Tastatur, ist eine Nutzung des MouseTrappers leider nicht möglich, womit die Hauptzielgruppe der Produkte verschmäht wird. Man benötigt also zum Einsatz zwingend eine Tastatur mit gerader Front. Wer bereits Handballenauflage und eine ergonomische Maus bzw. einen Trackball einsetzt, wird unserer Meinung nach nur als absoluter Vielschreiber vom MouseTrapper profitieren. Dem Hersteller geht es vor allen darum, wiederholt falsche Arm- und Handhaltung sowie anstrengende Bewegungen und somit Erkrankungen wie das Carpal Tunnel Syndrom zu vermeiden. Wer bereits Probleme hat, sollte die ungewöhnliche Erweiterung am eigenen Arbeitsplatz ausprobieren, was der Hersteller in Zusammenarbeit mit dem Handel auch ermöglichen will. Bei der mechanischen Version, bei der die Mauskugel durch eine leichtgängige Rolle mit Daumen oder Zeigefinger "ferngesteuert" wird, fiel störend auf, dass man schnell mit der Hand auf die links neben der Tastatur sitzende Maus kommt und damit aus Versehen den linken Mauszeiger betätigt.  (ji)


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