Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0307/26409.html    Veröffentlicht: 11.07.2003 10:42    Kurz-URL: https://glm.io/26409

Linux 2.6 im Anmarsch

Linus Torvalds veröffentlicht letzten Kernel der 2.5.x-Serie

Linus Torvalds hat jetzt mit dem Linux-Kernel 2.5.75 den wahrscheinlich letzten Kernel der aktuellen Entwickler-Serie veröffentlicht. Zusammen mit Andrew Morton will Torvalds die so genannte "pre-2.6"-Serie starten. Damit rückt die Veröffentlichung der nächsten Linux-Generation zusehends näher.

Der Unterschied zwischen den 2.5.x-Kerneln und den kommenden pre-2.6-Kerneln ist aber vor allem für Entwickler relevant, denn mit der Markierung der Kernel als pre-2.6 wird es einmal mehr deutlich schwieriger, neue Patches unterzubringen. Die Entwicklung konzentriert sich vor allem auf das Testen und die Beseitigung von kritischen Fehlern.

Als letzte große Neuerung hat es der so genannte "Anticipatory Scheduler" in den Linux-Kernel 2.5.75 geschafft, der bereits seit geraumer Zeit in Andrew Mortons Kernel-Serien (-mm) enthalten ist.

Die kommende Kernel-Generation 2.6 wird unter anderem ein besseres Virtual-Memory-Subsystem, eine bessere Block-IO-Schicht sowie verbesserten Threading-Support mitbringen, die alle unter bestimmten Umständen für eine bessere Performance sorgen sollen. Größere Änderungen finden sich aber in der eigentlichen Kernel-Infrastruktur, was die Pflege des Linux-Kernels vereinfachen und seine Erweiterbarkeit verbessern soll. Zudem wird der Kernel 2.6 zusätzliche Treiber mitbringen.

Durch eine Änderung des Treiber-APIs ist es allerdings notwendig, die Quelltexte alter Treiber anzupassen. Dies ist zwar kein großer Aufwand und für die Treiber im offiziellen Linux-Kernel bereits weitgehend abgeschlossen, bei proprietären, nur in Binärform erhältlichen Treibern ist man aber darauf angewiesen, dass die Anbieter diese Änderungen vornehmen.  (ji)


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