Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0306/26166.html    Veröffentlicht: 27.06.2003 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/26166

Spieletest: Elite Force 2 - Gelungener Star-Trek-Shooter

Fortsetzung des populären PC-Actionspiels

Als Activision im Herbst 2000 den Ego-Shooter "Star Trek Voyager Elite Force" veröffentlichte, ging für viele Star-Trek-Fans ein Traum in Erfüllung - schließlich handelte es sich hier endlich mal um einen Titel, der die berühmte Lizenz auch für ein großartiges Spiel nutzte. Seit ein paar Tagen steht mit Elite Force II nun die Fortsetzung in den Händlerregalen.

Wie schon im ersten Teil schlüpft man wieder in die Rolle von Alex Munro, allerdings kann man diesmal nicht mehr wählen, ob man lieber als Mann oder als Frau kämpft, sondern muss mit der männlichen Variante vorlieb nehmen. Der Name Voyager wurde nicht grundlos aus dem Titel des Spiels entfernt, denn diesmal befindet man sich in einem großen Teil des Spiels auf der altbekannten Enterprise und trifft demnach dort auch bekannte Gesichter wie etwa Jean-Luc Picard. Die Voyager spielt aber weiterhin eine Rolle, gleich in der ersten Mission muss man deren Crew etwa aus den Fängen der Borg retten.

Screenshot #1
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Gekämpft wird aber nicht nur auf Raumschiffen, auch Raumstationen und verschiedene Planetenoberflächen sind Schauplätze der optisch recht abwechslungsreichen Missionen. Da Munro den Chef des so genannten Hazard-Teams -einer Sternenflotte-Spezialtruppe - darstellt, stehen ihm häufig weitere Charaktere zur Seite. Deren Intelligenz lässt allerdings häufig zu wünschen übrig, in Gefechten rennen sie oft den Gegnern direkt in die Arme oder bewegen sich in die Schussbahn des Spielers. Da sie von den eigenen Waffen nicht verletzt werden können, lässt sich das verschmerzen, allerdings sollte man sich insofern nicht unbedingt auf die Hilfe der anderen Team-Mitgleider verlassen - letztendlich muss man alle Aufträge selber erfüllen.

Screenshot #2
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Im Spiel kämpft man nicht nur mit alten Bekannten wie den Borg und den Romulanern, sondern sieht sich vor allem mit einer neuen Alien-Rasse konfrontiert, die optisch an große Käfer erinnert. Wie schon der Vorgänger bietet Elite Force II aber auch viel Abwechslung zwischen den reinen Action-Passagen: Zahlreiche Zwischensequenzen erzählen die Geschichte weiter und halten die eine oder andere überraschende Story-Wendung bereit. Zudem kann man etwa an Bord der Enterprise auch Rundgänge unternehmen und dabei witzige Gespräche zwischen anderen Crew-Mitgleidern belauschen oder aber auf dem Holo-Deck neue Waffen ausprobieren.

Screenshot #3
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Neben diversen Spezialwaffen wie dem U-Mod oder Plasmagewehren stehen Munro natürlich auch sein Phaser und ein Tricorder zur Verfügung. Mit dem Tricorder lassen sich unter anderem Türschlösser knacken - von Zeit zu Zeit gibt es kleine Puzzle, die man lösen muss, um neue Räume zu betreten. Mit ihm lassen sich aber auch versteckte Energie-Quellen orten oder strukturelle Unregelmäßigkeiten in Wänden finden, die man zum Zerstören selbiger nutzen kann. Manche Aufgaben müssen auch unter Zeitdruck erfüllt werden: Ist man dann nicht schnell genug, bleibt einem nichts anderes übrig, als zum Beispiel mit anzusehen, wie ein Crew-Mitglied von den Borg assimiliert wird.

Screenshot #4
Screenshot #4
Elite Force II nutzt, wie der Vorgänger, die leistungsfähige, aber mittlerweile deutlich in die Jahre gekommene Quake-III-Engine. Nichtsdestotrotz sieht das Spiel über weite Strecken sehr gut aus, auch die zahlreichen Zwischensequenzen in der Spielgrafik überzeugen. Teilweise sind die Charaktere aber etwas grob modelliert, und auch die Animationen können nicht immer voll und ganz überzeugen. Dafür sind die Soundkulisse und die deutsche Sprachausgabe äußerst gelungen.

Screenshot #5
Screenshot #5
Eines der wenigen Probleme von Voyager Elite Force war die kurze Spieldauer - man brauchte kaum mehr als ein Wochenende, um die Endsequenz zu Gesicht zu bekommen. Elite Force II ist deutlich länger, dennoch wird man aber auch hier kaum mehr als 14 Stunden benötigen, um alle Romulaner, Borg und die gelegentlichen Endgegner zu besiegen. Der Multiplayer-Modus, in dem man wahlweise übers Internet gegen menschliche Gegner oder aber vom PC gesteuerte Bots antritt, garantiert aber auch länger anhaltenden Spaß.

Fazit:
Elite Force II - das übrigens nicht vom selben Entwicklerteam stammt wie der erste Teil - ist sicherlich nicht so Maßstäbe-setzend wie das fast drei Jahre alte Voyager Elite Force, dafür ähneln sich die beiden Spiele zu sehr. Trotzdem macht es immens viel Spaß, mit Munro Planeten und Raumschiffe zu erkunden, sich Gefechte mit den Borg zu liefern und geheime Räume auf der Enterprise aufzustöbern. Die Star-Trek-Atmosphäre wird gekonnt eingefangen, aber nicht nur Fans der Enterprise sollten zugreifen - in letzter Zeit sind nur wenige Shooter auf den Markt gekommen, die inhaltlich und spielerisch so abwechslungsreich und spannend gestaltet waren.  (tw)


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