Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0306/26119.html    Veröffentlicht: 25.06.2003 14:39    Kurz-URL: https://glm.io/26119

Zeitung: Neue-ELSA-Mitarbeiter klagen Gehälter ein

Richterin berichtet von 40 bis 50 Klagen von Mitarbeitern des Unternehmens

Obwohl die Neue ELSA GmbH sich Ende Mai 2003 mittels eines potenziellen neuen Investors aus Finanznöten retten wollte, blieb eine Erfolgsverkündung seitdem aus. Am gestrigen 24. Juni 2003 berichtete die Aachener Zeitung, dass sich am Aachener Arbeitsgericht die Fälle häufen, in denen das Unternehmen von Mitarbeitern wegen ausbleibender Lohnzahlungen verklagt würde.

Die Aachener Zeitung zitiert eine Richterin vom Aachener Amtsgericht, nach deren Worten momentan sechs bis sieben Mal pro Woche Fälle verhandelt würden, in denen Mitarbeiter gegen die Neue Elsa GmbH klagen. Stets geht es dabei um noch ausstehende Gehaltszahlungen. In den vergangenen Wochen und Monaten habe es laut Schätzung der Richterin insgesamt 40 bis 50 dieser Verfahren gegeben.

Alleine fünf Verfahren sind laut Zeitung Anfang dieser Woche hinzugekommen. Einer der Kläger sei ein mittlerweile nicht mehr beschäftigter Mann gewesen, zu dessen Gunsten die Richterin in Abwesenheit der Neue ELSA entschied und ein sofort vollstreckbares Urteil fällte, so die Zeitung. Ob er sein Geld bekomme, sei jedoch ungewiss, denn seit November 2002 habe es laut dem Ex-Mitarbeiter Zahlungsverzögerungen gegeben. Größtenteils wären die Dezember-Gehälter aus dem vergangenen Jahr erst im März und April 2003 ausgezahlt worden und nur ein Teil der etwa 80 Neue-ELSA-Angestellten hätte "bereits" das Januargehalt erhalten, zitiert die Zeitung den Kläger. Stattdessen gebe es auf wöchentlichen Betriebsratssitzungen nur Vertröstungen und Hinweise auf Investorengespräche.

Im Gespräch mit Golem.de hatte der Marketingleiter des Unternehmens, Bernd-Hendrik Nissing, im Mai 2003 ebenfalls auf kurz vor dem Abschluss stehende Investorengespräche hingewiesen und einen Bericht des WDR relativiert, nach dem die Neue ELSA GmbH in ernsten Schwierigkeiten stecke. Eine Gefahr für eine Insolvenz sah Nissing im Mai nicht, auch hätte es nur geringe Verzögerungen bei der Gehaltszahlung gegeben, man habe lediglich drei Monate lang geringere Gehälter in Absprache mit der Belegschaft ausgezahlt.

Einen Kommentar zum Bericht der Aachener Zeitung gab es seitens der Neuen ELSA GmbH noch nicht. Die Golem.de-Redaktion konnte Herrn Nissing bis Redaktionsschluss nicht erreichen.  (ck)


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