Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/9902/2605.html    Veröffentlicht: 15.02.1999 03:13    Kurz-URL: https://glm.io/2605

Gefährdet die Telekom AG Arbeitsplätze?

"Die einseitige Bevorzugung der Telekom-Tochter T-Online durch die Deutsche Telekom führt zu enormen Wettbewerbsverzerrungen", sagte Daniela Schlegel-Friedrich, stellvertretende Landesvorsitzende der CDU Saar und Abgeordnete im saarländischen Landtag.

Während die Telekom ihrer 100-prozentigen Tochter T-Online die Preise für die Cityverbindungen enorm rabattiert, müssen die Internet-Kunden anderer Provider weiterhin tagsüber 8 Pfennig pro Minute bezahlen.
Dieses Verhalten gefährdet nach Meinung von Daniela Schlegel-Friedrich ca. 30.000 Arbeitsplätze in Deutschland, die in den letzten Jahren von unabhängigen Providern geschaffen wurden.

Ausgangspunkt für die Kritik ist die Ankündigung der Telekom, den Preis für T-Online ab 1. April 1999 auf 6 Pfennig pro Minute inkl. der Cityverbindung zu senken. Andere Internet-Provider bzw. deren Kunden müssen nach wie vor allein für die Wählverbindung 8 Pfennig pro Minute an die Telekom zahlen.

Die mögliche Folge: Selbst wenn die kleinen und mittelständischen Internetprovider ihren Internetdienst kostenlos anbieten, liegen die Kosten für den Kunden über denen, die er für T-Online zu zahlen hat.

"Wir werden nicht hinnehmen, daß die Telekom ihr Monopol im Ortsnetzbereich so massiv gegen andere Internetprovider ausnutzt. Sie macht anderen Internetnutzern Preise, die im Vergleich zu anderen Ländern weit über dem Durchschnitt liegen und läßt ihre T-Online Tochter zum Nulltarif anbieten. Das ist Wettbewerbsverzerrung, die verhindert werden muß", so Schlegel-Friedrich weiter.

Zudem kritisiert die Abgeordnete, daß die Telekom nur Teile ihrer Netzinfrastruktur dem Markt zur Verfügung stellt. So würde die Telekom zukünftige High-Speed-Zugänge auf der Basis des T-DSL-Netzes ebenfalls nur der Telekomtochter T-Online zugute kommen lassen. Anderen Providern würden diese Zugänge nicht angeboten.
Diese Aussage konnte jedoch noch nicht verifiziert werden.  (ji)


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