Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0306/25965.html    Veröffentlicht: 17.06.2003 10:12    Kurz-URL: https://glm.io/25965

SCO: AIX ist jetzt ein unautorisiertes Derivat von Unix

Klage gegen IBM erweitert - einstweilige Verfügung soll Vertrieb von AIX stoppen

Nach Ablauf einer Frist von 100 Tagen kündigte SCO im Streit mit IBM an, IBM das Recht zu entziehen, sein Unix-basiertes Betriebssystem AIX weiter zu verbreiten. Zudem reichte SCO eine erweiterte Klage gegen IBM ein, einschließlich eines Antrags auf eine einstweilige Verfügung, in dem SCO von IBM die Rückgabe aller Kopien des UNIX-System-V-Quelltextes sowie den sofortigen Stopp des Vertriebs von AIX fordert.

Die SCO Group untersagt IBM, Produkte, die Modifikationen des UNIX System V sind, zu entwickeln oder zu vertreiben. Damit stützt sich SCO auf eine Vereinbarung zwischen IBM und AT&T aus dem Jahre 1985, in der die Lizenzierung von UNIX durch IBM geregelt ist. Darin ist laut SCO das Recht zur Kündigung festgehalten, sollte IBM gegen den Vertrag verstoßen. Dies ist nach Meinung von SCO der Fall, wirft SCO IBM doch vor, unerlaubt Teile von UNIX in Linux integriert zu haben. Damit habe IBM aber nicht nur gegen den Vertrag mit AT&T verstoßen, sondern SCO darüber hinaus durch die Stärkung von Linux weiteren Schaden zugefügt.

"SCO hat das Recht, den Vertrag mit IBM zu beenden und IBM das Recht zu entziehen, AIX zu nutzen und zu vertreiben. Heute ist AIX ein unautorisiertes Derivat des UNIX-System-V-Betriebssystem-Quelltextes und seine User nutzen es ab jetzt ohne eine valide Grundlage", so Mark J. Heise von der Kanzlei Boies, Schiller & Flexner, die SCO vertritt.

Seinen Forderungen will SCO zum einen zudem mit einer einstweiligen Verfügung Nachdruck verleihen, zum anderen durch eine Erweiterung der ursprünglichen Klage. Der Schaden von SCO erhöhe sich seit Ablauf der Frist, denn mit seinem AIX-Geschäft, das ein Volumen von mehreren Milliarden US-Dollar aufweist, schade IBM seit Ablauf der Frist am Freitag SCO. Seine Schadensersatzforderungen erhöhte SCO dabei nun auf mindestens drei Milliarden US-Dollar.

IBM wies derweil SCOs erneute Vorwürfe zurück. SCO versuche nur, Angst, Unsicherheit und Zweifel unter IBMs Kunden und in der Open-Source-Community zu säen. "IBMs Unix-Lizenz ist unwiderruflich, unbefristet und vollständig bezahlt. Sie kann nicht beendet werden. IBM wird sich energisch verteidigen. Die Angelegenheit wird im normalen rechtlichen Verfahren geklärt", so IBM.

Man will zudem entgegen den Forderungen von CP AIX weiterhin ausliefern und entsprechenden Support leisten.  (ji)


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