Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0306/25841.html    Veröffentlicht: 06.06.2003 13:06    Kurz-URL: https://glm.io/25841

Gentoo bald auch für MacOS X

Portage auch ohne GNU und Linux nutzen

Die Entwickler der freien GNU/Linux-Distribution Gentoo wollen ihr flexibles Distributionssystem Portage auf MacOS X ausweiten. Nutzer von Apples kommerziellem Betriebssystem sollen so die Vorteile von Gentoo nutzen können, auch wenn sie weder GNU noch den Linux-Kernel auf ihren Systemen verwenden.

Bei Portage handelt es sich um ein Ports-System in der Tradition von BSD-Ports, das in Python realisiert ist und einige zusätzliche Funktionen mitbringt. Dazu zählen ein fein granuliertes Management von Abhängigkeiten, die Möglichkeit, "fake"-Installationen durchzuführen, ein Pfad-Sandboxing, sicheres "Unmerging", System-Profile, virtuelle Pakete und ein Konfigurationsdatei-Management.

Gentoo kompiliert Software in der Regel erst während der Installation auf dem Zielsystem und kann so spezielle Compiler-Optimierungen nutzen. Allerdings stehen immer mehr Applikationen auch in kompilierter Form bereit, was die Installationszeit auf Kosten der Performance senkt.

"Wir wollen unseren Nutzern mehr Wahlmöglichkeiten geben als jeder andere, einschließlich der Möglichkeit, Nicht-GNU-Systeme und Nicht-Linux-Kernel zu verwenden, wenn es die speziellen Umstände erfordern", so das Gentoo-Team in seiner Ankündigung.

Noch steht Gentoo für MacOS X aber nicht zur Verfügung, die Entwickler sind noch dabei, die notwendige Infrastruktur aufzusetzen und das Portage für MacOS X in die allgemeinen Portage-Quellen einzubinden. Wer Gentoo aber schon jetzt testen will, kann auf GNU/Linux-Distribution von Gentoo in Form von Live-CDs zurückgreifen, die sowohl für x86- als auch PowerPC-Systeme erhältlich sind.  (ji)


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