Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0306/25796.html    Veröffentlicht: 05.06.2003 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/25796

Spieletest: GTA Vice City - Auch auf dem PC grandios

Indiziertes PS2-Spiel sorgt auch am PC für Furore

Auf der PlayStation 2 zählt GTA Vice City zu den bestverkauften Spielen aller Zeiten, aber auch auf dem PC sorgt der Titel jetzt für Furore und dominiert vielerorts die Verkaufscharts. Verdientermaßen - denn das sowieso schon hervorragende Spiel wurde für den PC vor allem grafisch nochmals deutlich aufgebohrt.

Inhaltlich gibt es allerdings kaum Unterschiede. Man schlüpft also in die Rolle des gerade aus dem Gefängnis entlassenen Tommy Vercetti, der von seinem alten Gangster-Boss Sonny Forelli wegen eines natürlich nicht ganz legalen Geschäftes nach Vice City geschickt wird. Dieses Geschäft läuft allerdings alles andere als glatt, und so kommt es, dass man plötzlich nicht nur seinen ehemaligen Chef, sondern auch Horden anderer Krimineller, Politiker und Polizisten am Hals hat.

Screenshot #1
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Um dieser misslichen Lage schnellstmöglich zu entkommen, bietet sich vor allem ein Weg an: Tommy muss zum neuen Gangsterboss der Stadt aufsteigen. Der Weg dahin ist allerdings lang und beschwerlich, erst nachdem man eine Reihe von Aufträgen absolviert hat, winkt Ruhm und die große Kohle. So wandelt man durch die weitläufige Stadt, lernt eine Reihe düsterer Gestalten kennen und lässt sich von diesen für die Ausführung bestimmter Missionen anheuern.

Screenshot #2
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Insgesamt harren mehr als 20 Hauptaufträge ihrer Ausführung, zusätzlich gibt es aber noch eine ganze Reihe weiterer Nebenaufgaben, die ebenfalls absolviert werden wollen. Für Abwechslung ist dabei gesorgt: Mal muss ein simpler Überfall geplant werden, ein anderes Mal soll eine Massenschlägerei angezettelt werden. Zusätzlich gibt es wilde Schießereien, rasante Verfolgungsjagden oder spektakuläre Befreiungsaktionen. Will man es mal etwas ruhiger angehen lassen, kann man die eigene Geldbörse auch durch Taxi-Fahren und Pizza ausliefern auffüllen, zudem kann man auch stolzer Besitzer diverser Lokalitäten, wie etwa eines Strip-Clubs, werden.

Screenshot #3
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Die Aufträge absolviert man zu Fuß oder in einem der zahlreichen Fahrzeuge - insgesamt können über 70 Autos, aber auch Motorräder und sogar Helikopter genutzt werden. Dabei bedient man sich entweder einfach eines unbeaufsichtigt stehenden Wagens oder überzeugt den Fahrer mit Waffengewalt oder seinen Fäusten, das Auto abzugeben. Je nachdem, ob man in einem schnittigen Sportwagen oder einer großen Limousine Platz nimmt, muss man sich dabei auf unterschiedliche Fahreigenschaften des Wagens einstellen. Die Steuerung der Autos ist aber sehr gut gelöst, Probleme gibt es nur bei Motorrädern und vor allem den Helikoptern - hier ist die Bedienung auf Grund zahlreicher benötigter Tasten etwas umständlich.

Screenshot #4
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Große Vielfalt herrscht auch bei den Waffen, den Feinden kann mit Schraubenziehern, Maschinengewehren und sogar Raketenwerfern zu Leibe gerückt werden. Allerdings muss man vorsichtig sein, nicht aus Versehen harmlose Passanten umzunieten, denn dann hat man die Polizei beständig an den Fersen. In so einem Fall hilft ein neues Outfit, oder man lässt seinen Wagen in der Werkstatt umspritzen. Bei all den Action-Szenen hat Take 2 das Spiel für den deutschen Markt allerdings ein wenig entschärft - im Vergleich zur US-Version muss man auf Blut und besonders gewalttätige Missionen verzichten.

Screenshot #5
Screenshot #5
Atmosphärisch ist Vice City eine Glanzleistung: Die 80er-Jahre wurden mit all ihren Neon-Farben, Anzügen im Miami-Vice-Stil und ihrer Musik deutlich überzeichnet, aber stilgerecht eingefangen. Vor allem der Soundtrack ist beeindruckend, über 90 Songs untermalen das bunte Treiben gekonnt. So kommt es, dass man sich auch mal einfach nur zum Spaß ins Auto setzt, einen dem eigenen Geschmack (von Rock über Disco bis hin zu Hip-Hop ist fast alles vertreten) entsprechenden Radiosender einstellt und eine Weile durch die bevölkerten Straßen fährt, vorbei an Strandpromenanden, Yachthäfen, Sportstadien und Flughäfen.

Screenshot #6
Screenshot #6
Ein beständiger Tag- und Nacht-Wechsel sowie ein Wettermodell lassen den Titel nochmals lebendiger wirken, allerdings haben diese Veränderungen auf das Spiel kaum einen Einfluss. Gespeichert werden kann übrigens nicht jederzeit, sondern nur an bestimmten Stellen im Spiel, was den nicht gerade niedrigen Schwierigkeitsgrad nochmals ein wenig nach oben schraubt.

Screenshot #7
Screenshot #7
Im Vergleich zur PS2-Version wartet GTA Vice City am PC mit höheren Auflösungen, deutlich schöneren Texturen und einer höheren Weitsicht auf. Neue Maßstäbe werden allerdings nicht unbedingt gesetzt, die Unterschiede zu GTA 3 sind gering, und im direkten Vergleich zu Mafia zieht GTA Vice City knapp den Kürzeren. Dafür läuft das Spiel aber auch auf langsameren Systemen sehr flüssig.

Fazit:
Für die PC-Version von GTA Vice City gilt praktisch dasselbe wie für die PS2-Variante: Kaum ein anderes Spiel kann derzeit mit einer so stimmungsvollen Atmosphäre und einem derart guten Spieldesign aufwarten, allein schon das bloße Herumfahren in der wunderschönen Stadt kann einen dank der großen Fahrzeugvielfalt und der eingängigen Steuerung eine halbe Ewigkeit beschäftigen. Die abwechslungsreichen Missionen und vielfältigen Handlungsoptionen sind zusätzlich ein Grund dafür, dass sich jeder PC-Besitzer für hier offerierte Gangster-Karriere entscheiden sollte.  (tw)


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