Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0306/25788.html    Veröffentlicht: 04.06.2003 10:03    Kurz-URL: https://glm.io/25788

Softwarepiraterie in Deutschland rückläufig

Anteil raubkopierter Software in Deutschland sinkt auf 32 Prozent

Die Zahl der raubkopierten Software hat in Deutschland abgenommen, das meldet die Business Software Alliance (BSA) unter Berufung auf eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts IPR. Mit einem Rückgang von 34 auf 32 Prozent sei die Entwicklung hier zu Lande besser verlaufen als im globalen Durchschnitt.

Weltweit sank der Anteil unlizenzierter Software in Unternehmen von 40 auf 39 Prozent. Für Westeuropa lag dieser Wert bei 35 Prozent, was ebenfalls einen Rückgang um 2 Prozent ausmacht.

Trotz der rückläufigen Raubkopiezahlen sei der Schaden durch Raubkopien aber gestiegen, was die BSA mit der Entwicklung der Softwarepreise begründet. Über 13 Milliarden US-Dollar hätten die Umsatzausfälle der Softwarehersteller 2002 betragen. Auf Westeuropa entfallen davon 3,2 Milliarden US-Dollar.

Spitzenreiter ist wie in den Jahren zuvor die Region Asien/Ozeanien mit rund 5,5 Milliarden US-Dollar Schaden. Dabei erreichte China mit 2,4 Milliarden US-Dollar den weltweit ersten Platz. Den höchsten prozentualen Anteil raubkopierter Software hat hingegen Vietnam - nur eines von zwanzig Programmen sei hier regulär lizenziert.

Trotz der rückläufigen Raubkopie-Quote ist Deutschland auch 2003 Spitzenreiter in der europäischen Schadensstatistik der BSA. Hier seien 962 Millionen Euro an Umsatzeinbußen durch unlizenzierte Software in Unternehmen entstanden. Den Rückgang der Piraterierate um 2 Prozent führt die Business Software Alliance (BSA) indes auf die strategische Neuorientierung ihrer eigenen Arbeit zurück.

"Im Jahr 2002 hat die BSA mit ihren 'Schonfrist-Kampagnen' in den Ballungsräumen Berlin-Brandenburg, München-Oberbayern und Stuttgart-Württemberg den Unternehmen die Möglichkeit gegeben, ihre Lizenzsituation zu überprüfen", erklärt Georg Herrnleben, Regional Manager der BSA Zentraleuropa.

Die den Zahlen zu Grunde liegende von der BSA beauftragte IPR-Studie errechnet den entstandenen Schaden anhand eines Vergleichs des Bedarfs an neuer Software und der tatsächlich verkauften Einheiten, um die Piraterierate zu ermitteln. Damit wird die Annahme unterstellt, dass Software, die ohne Lizenz genutzt wird, auch dann Verwendung finden würde, wenn die Unternehmen die Lizenzen zum vollen Preis erwerben würden.  (ji)


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