Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0305/25715.html    Veröffentlicht: 30.05.2003 09:12    Kurz-URL: https://glm.io/25715

Microsoft-Office-Fälschungen für 2 Millionen Euro gefunden

Täter wurde in Großbritannien bereits gesucht

Die Aschaffenburger Polizei hat einen 40-jährigen Briten verhaftet, der 4.000 Fälschungen von deutschen Microsoft-Office-97-Pro- Produkten an eine deutsche Firma verkaufen wollte. Die Ware sollte auf einer Autobahnraststätte auf der A 3 übergeben werden. Doch statt des Käufers kam die Polizei.

Der Täter wurde inzwischen, nachdem er in der Verhandlung ein Geständnis abgelegt hatte, vom Landgericht Würzburg zu einer Haftstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt und wartet derzeit in Polizeigewahrsam auf seine Auslieferung nach Großbritannien.

Täterfahrzeug: Bis unters Dach vollgestopft mit Raubkopien
Täterfahrzeug: Bis unters Dach vollgestopft mit Raubkopien
Unter Mithilfe eines deutschen Unternehmens, das sich zum Schein als Kaufinteressent ausgab, konnte die Polizei dem Täter während seiner Tour durch Bayern Informationen über seinen jeweiligen Aufenthaltsort und eine Wagenbeschreibung entlocken. Als die Polizei am Auto eintraf, fand sie den Täter schlafend zwischen tausenden von Software-Paketen. Unter dem Vorwand einer regulären Verkehrskontrolle überprüfte die Polizei den Fahrer und beschlagnahmte die Fälschungen.

Microsoft untersucht derzeit alle von der Polizei freigegebenen beschlagnahmten Waren, um die Hersteller der Fälschungen ausfindig zu machen. Der Polizei in Großbritannien war der Täter kein Unbekannter. Er wurde bereits wegen mehrerer Verstöße gegen das Urheberrechtsgesetz mit internationalem Haftbefehl gesucht. Zum Verhängnis wurde ihm die Kommunikation via E-Mail aus einem Internet-Café in Paris. Dadurch konnte die deutsche Polizei seine Spur zurückverfolgen und ihn, wie oben beschrieben, aufspüren.  (ad)


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