Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0305/25711.html    Veröffentlicht: 28.05.2003 14:57    Kurz-URL: https://glm.io/25711

Navigationssystem projiziert Fahrhinweise ins Straßenabbild

Zukunftsvision: Erweiterte Realität in künftigen Navigationssystemen

Siemens entwickelt derzeit ein Navigationssystem, das Fahrtrichtungsinformationen und sonstige Daten nicht mehr in Form einer abstrakten Kartenansicht darstellt, sondern in ein Kamerabild von der Straße passend einblendet. Die Verbindung von realem und virtuellem Bild - auch als Augmented Reality (engl. für erweiterte Realität) bezeichnet - soll eine bessere Orientierung ermöglichen.

Die Kamera könnte Siemens zufolge in die Befestigung des Auto-Rückspiegels integriert werden. Der Computer des Navigationssystems verknüpft diese Bilder dann mit den Positionsdaten des GPS-Empfängers und blendet die Richtungsangaben in Form von dreidimensional wirkenden Pfeilen direkt in das Videobild ein. Das resultierende, mit Informationen angereicherte Bild sieht der Fahrer schließlich auf einem hochauflösenden Display.

Erweiterte Realität: Navigationssystem verschmilzt Kamerabild mit Informationen
Erweiterte Realität: Navigationssystem verschmilzt Kamerabild mit Informationen
"Der Fahrer muss nicht mehr wie bisher in seinem Kopf die Verbindung zwischen der realen Verkehrslage und einer abstrakten Kartenansicht herstellen. Insbesondere bei komplexen Situationen wie beispielsweise drei Fahrspuren mit mehreren Abbiegemöglichkeiten oder im Kreisverkehr findet er sich leichter zurecht und kann sich besser auf den Verkehr konzentrieren", stellt Siemens in Aussicht.

Da die Anwendung allerdings extrem hohe Anforderungen an den verwendeten Grafikprozessor stelle, wird man auf das von Siemens entwickelte neuartige Navigationssystem wohl noch etwas warten müssen: Die Siemens-Techniker rechnen mit einer Serienreife erst in einigen Jahren.  (ck)


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