Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0305/25501.html    Veröffentlicht: 15.05.2003 10:05    Kurz-URL: https://glm.io/25501

Vorsicht bei GeForceFX 5900 Value? (Update 2)

Kleinstes GeForceFX-5900-Modell kann auch als 128-Bit-Version angeboten werden

Zur Ankündigung der neuen GeForceFX-Serie 5900 am 12. Mai 2003 wirkte insbesondere das günstigste Modell "GeForceFX 5900 Value" interessant, das ab Juli 2003 auf Grafikkarten für einen voraussichtlichen Preis von rund 300,- Euro sein Zuhause finden soll. Auf einem Pressetermin mit Nvidia Deutschland kam jedoch heraus, dass Hersteller hier weder an die Chipbezeichnung noch an technische Details wie einen Chiptakt, die Speicheranordnung oder gar den für die Differenzierung zur GeForceFX-5800-Serie wichtigen 256-Bit-Speicherbus gebunden sind.

Laut Nvidia-Partner PNY gibt es sowohl ein GeForceFX-5900-Value-Referenzdesign mit 256-Bit- als auch mit 128-Bit-Speicherbus. Letzteres erlaubt Herstellern zwar, günstigere Karten anzubieten, senkt aber leider auch die Leistung. Da nach jetzigen Informationen die Taktraten für den Chip- und den Speichertakt ebenfalls weitgehend dem Hersteller überlassen werden, ergibt sich für den Kunden die ungünstige Situation, dass man - im Gegensatz zur normalen GeForceFX 5900 und zur GeForceFX 5900 Ultra - sehr genau hinsehen muss, was man da erwirbt. Wer nur auf den Preis schaut, kann also bei der Value schnell die Katze im Sack kaufen, zumal es (noch) keine Namenskonvention für Value-Karten zu geben scheint.

PNY zufolge kann die Leistung einer 5900-Value-Grafikkarte bei entsprechend billigen Komponenten gar unter der einer GeForceFX 5600 Ultra liegen, deren Grafikprozessor in Kürze mit etwas höherer Taktrate in der Revision 2 erscheint. Gerade in Bezug auf die GeForceFX 5600 Ultra ergibt sich die paradoxe Situation, dass diese wie die GeForceFX 5900 Value - zumindest was ihren von Nvidia empohlenen Verkaufspreis - im 300-Euro-Segment angesiedelt ist und beide miteinander konkurrieren. Mittlerweile sind GeForceFX-5600-Ultra-Grafikkarten jedoch im Handel schon für unter 200,- Euro zu haben, so dass dennoch genügend Abstand zwischen den Preisen besteht.

Zwar sieht etwa der Nvidia-Partner PNY die primäre Bestimmung des GeForceFX 5900 Value im OEM-Markt, doch dies ändert nichts daran: Kunden, die ihre Kaufentscheidung auf Grund der Serienbezeichnung GeForceFX 5900 treffen, sei es in Verbindung mit einem Komplettsystem oder einer einzelnen Grafikkarte, werden die von Nvidia versprochene hohe Leistung erwarten. Zwar ist Nvidia nicht für die Grafikkarten-Ausstattung seiner Partner verantwortlich, doch bliebe der Ärger der Kunden letztendlich an Nvidia haften und könnte dem Image des Unternehmens schaden. Der gebotene Spielraum der Hersteller sollte nach Meinung der Golem.de-Redaktion nicht nur seitens Nvidia, sondern auch seitens der Hersteller deutlicher kommuniziert werden, bevor die entsprechenden Produkte auf den Markt kommen und für Verwirrung sorgen.

Ob sich unsere Bedenken in Bezug auf den GeForceFX 5900 Value bestätigen, wird sich erst im Juli 2003 zeigen, wenn laut Nvidia die entsprechenden Grafikkarten auf den Markt kommen. Man darf gespannt sein, wie genau es die Hersteller und Händler nehmen werden, ihre Kunden über das Gebotene oder eben nicht Gebotene aufzuklären.

Nachtrag vom 16. Mai 2003:
Nachdem es gestern Abend von offizieller Seite erst hieß, dass es definitiv nur GeForceFX-5900-Value-Grafikkarten mit 128-Bit-Speicherbandbreite geben werde, hat uns nun die PR-Agentur von Nvidia informiert, dass es defintiv doch "nur" GeForceFX-5900-Value-Grafikkarten mit 256-Bit-Speicherbandbreite geben wird. Die von uns bemängelten Unklarheiten dürften damit nun hoffentlich beseitigt sein.  (ck)


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