Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0305/25489.html    Veröffentlicht: 14.05.2003 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/25489

Spieletest: Midnight Club 2 - Straßenrennen für PS2

Anspruchsvolles Rennspiel von Take 2

Mit aufgemotzten Autos und Motorrädern in illegalen Straßenrennen, die die nächtlichen Innenstädte von Los Angeles, Paris und Tokio unsicher machen - der eine oder andere begeisterte Autofahrer dürfte diesen Traum schon einmal gehabt haben. Rockstar Games San Diego und Take 2 lassen ihn nun zumindest auf der PlayStation 2 Wirklichkeit werden.

Bis man allerdings in allen drei Metropolen in unterschiedlichen Karossen das Gaspedal durchdrücken darf, ist es ein recht langer Weg - mehr als siebzig Missionen müssen überstanden werden, bis man sich den Respekt der Straßengang erworben und den kompletten Fuhrpark freigeschaltet hat. Zunächst steht gerade mal ein kümmerliches Wägelchen zur Auswahl, und viel mehr als die Hochhausschluchten von LA bekommt man zunächst auch nicht zu sehen.

Screenshot #1
Screenshot #1
Die Aufgaben in den Missionen sind meist recht ähnlich - entweder man liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Duell oder aber man muss aus einer Gruppe von Rennfahrern als Erster am Ziel ankommen. Die Streckenführung wird durch bestimmte Checkpoints vorgegeben, allerdings bieten die Städte zahlreiche Abkürzungen wie schmale Gassen oder Tunnel, die sich zum eigenen Vorteil nutzen lassen. Öfter verirrt man sich aber auf Grund der etwas unübersichtlichen Karte auch auf diesen Nebenstraßen und muss miterleben, wie das gesamte Feld vor einem ins Ziel kommt, der Frustfaktor ist somit von Zeit zu Zeit recht hoch - eine gute Städtekenntnis ist für erfolgreiches Fahren unausweichlich.

Screenshot #2
Screenshot #2
Kleine Extras wie Power-Ups für beträchtliche Geschwindigkeitssteigerungen verbessern die Siegchancen, die beständig präsente Polizei macht einem dafür durch Verfolgungsjagden und Straßensperren das Leben schwer. Aber auch sonst ist große Aufmerksamkeit gefragt, nicht selten rast man im Gegenverkehr durch die Stadt oder muss bei Sprüngen über Rampen genau den Landepunkt anvisieren. Ein weiteres Hindernis sind die zahlreichen Passanten, die übrigens nicht - wie in anderen Spielen üblich - immer rechtzeitig flüchten können, sondern nach einem Aufprall auch mal meterweit durch die Luft gewirbelt werden.

Screenshot #3
Screenshot #3
Optisch ist Midnight Club 2 annehmbar schnell, aber ein wenig undetailliert - man hat auf der PS2 schon deutlich schönere Texturen in einem Rennspiel gesehen. Zudem ist es auf Dauer ein wenig monoton, beständig dunkle Straßenzüge anzuschauen - da alle Rennen nachts stattfinden, bekommt man vom Stadtbild an sich wenig mit, auch wenn Sehenswürdigkeiten wie der Eiffelturm natürlich ins Spiel integriert wurden. Die Steuerung gibt dafür keinen Grund zur Klage, sowohl Motorräder als auch Autos sprechen schnell und direkt auf jede Pad-Eingabe an.

Screenshot #4
Screenshot #4
Untermalt wird das Renngeschehen von modernen Dance-und-Hip-Hop-Tracks, die Sprachausgabe beinhaltet zudem einige nette Beleidigungen der Konkurrenten, die einem mit markanten Sprüchen Angst einjagen sollen. Midnight Club 2 ist für PlayStation 2 im Handel erhältlich. Umsetzungen für PC und Xbox folgen im Juni 2003.

Fazit:
Mit Midnight Club 2 ist Rockstar Games ein streckenweise recht amüsantes und abwechslungsreiches Rennspiel gelungen, das auf Grund des hohen Schwierigkeitsgrades vor allem Profis interessieren dürfte. Die nicht ganz überzeugende Grafik und das nicht immer rasante Geschwindigkeitsgefühl sorgen allerdings dafür, dass der Titel mit Highlights wie Burnout 2 nicht ganz mithalten kann.  (tw)


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