Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0305/25471.html    Veröffentlicht: 14.05.2003 09:23    Kurz-URL: https://glm.io/25471

Neue Börse für IT-Services ist mit 1.500 Firmen gestartet

Skill Portal für mehr Markttransparenz

Eine neue Börse für Dienstleistungen in der Informationstechnologie (IT) hat am 13. Mai mit 1.500 notierten Unternehmen den Betrieb aufgenommen. Prominenteste Vertreter an der neuen Dienstleistungsbörse sind die Deutsche Lufthansa und die Deutsche Bahn. Über die Börse sollen Anbieter und Nachfrager von IT-Services über ein Online-Parkett im Internet zusammenfinden. Als typische Dienstleistungen, die an der neuen Börse gehandelt werden, nannte Börsenvorstand Manfred Tubach Beratung, Projektabwicklung, Programmierung, Systemintegration, Wartung und Schulung.

Die neue Börse für IT-Dienstleistungen wurde in einer Kooperation zwischen Privatwirtschaft und öffentlicher Hand aus der Taufe gehoben. Kommerzieller und technischer Betreiber der Börse ist die Skill Portal AG in Langen bei Frankfurt am Main, an der unter andere das Bankhaus B. Metzler und die Lufthansa Systems Group beteiligt ist. Die TechnologieStiftung Hessen GmbH (TSH) unterstützt die Börse.

Der Wunsch nach einem Marktplatz, auf dem die hessische Softwarebranche untereinander ihre freien bzw. benötigten Ressourcen handeln kann, wurde am 15. Januar 2003 auf der "Zukunftskonferenz für die hessische Softwarebranche" im Kloster Eberbach laut. Als Hauptproblem der aktuellen Branchenmisere wurde in der kurzfristigen Verfügbarkeit von Ressourcen bei Großaufträgen und der kostenintensiven Vorhaltung von Ressourcen bei Auftragsflaute gesehen.

Den Zugang zur neuen IT-Börse hat die Betreibergesellschaft Skill Portal AG streng geregelt. Hierzu wurde ein Akkreditierungsverfahren entwickelt und drei Jahre lang getestet.

Im Unterschied zu traditionellen Wertpapierbörsen steht bei einem Gang an die neue IT-Börse nicht die Kapitalbeschaffung im Vordergrund, sondern der Einkauf bzw. Verkauf von IT-Services. Vor allem Konzernen und größeren Mittelständlern sollen die IT-Börse helfen, festgeschriebene "Hauspreise" bei Lieferanten aufzubrechen und die Einkaufskonditionen für Dienstleistungen zu verbessern. Außerdem können die Nachfrager über die Börse den Einkauf von IT-Services bündeln, so dass die Anzahl direkt kontrahierender Anbieter reduziert wird, ohne auf deren Leistungen zu verzichten.

Die Teilnahme am Marktplatz der Börse - Akkreditierung vorausgesetzt - kostet die Firmen 1.000,- Euro jährlich. Es gibt zudem eine etwas eingeschränkte Teilnahmemöglichkeit für nur 500 Euro jährlich, was auch Freiberuflern die Teilnahme erlauben dürfte. Zum Börsenstart werden bis 15. Juli Sonderkonditionen von 100 bzw. 200 Euro Jahresbeitrag eingeräumt.  (ad)


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