Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0305/25415.html    Veröffentlicht: 09.05.2003 10:18    Kurz-URL: https://glm.io/25415

Gewinneinbruch bei Nvidia - GeForceFX als Ausweg?

Grafikchip-Hersteller mit ernüchterndem Ergebnis im 1. Wirtschaftsquartal 2004

ATIs Erfolg im Bereich Mid-Range- und High-End-Consumer-Grafikkarten sowie die längeren Lieferschwierigkeiten bei den GeForceFX-Grafikprozessoren haben Nvidia recht hart getroffen: Der Grafikchiphersteller hat im ersten Wirtschaftsquartal 2004 bzw. im ersten Quartal 2003 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Gewinneinbruch um 76 Prozent hinnehmen müssen.

Während Nvidia im ersten Wirtschaftsquartal 2003 (= 1. Quartal 2002) noch einen Nettogewinn von 83,2 Millionen bei einem Umsatz von 582,9 Millionen US-Dollar machte, vermeldete das Unternehmen für das erste Wirtschaftsquartal 2004 nun einen Nettogewinn von lediglich 19,7 Millionen US-Dollar bei einem Umsatz von 405 Millionen US-Dollar. Pro Aktienanteil gerechnet macht das 0,12 US-Dollar, während es im Vorjahreszeitraum noch 0,47 US-Dollar waren.

Trotz des Gewinneinbruchs zeigt sich Nvidia-Präsident und -CEO Hsun Huang optimistisch. Hauptziel für das Quartal sei der Produktionsstart der neuen DirectX-9-Grafikprozessoren der GeForceFX-Familie gewesen: "Wir haben das rundum geschafft, indem wir die FX-Architektur gleichzeitig in unsere Desktop-, Mobil- und Workstation-Produktlinien eingeführt haben", so Hsun. Weiterhin habe man sich mit den Nforce2- und neuen Nforce3-Chipsätzen erfolgreich im Markt platziert. Am wichtigsten sei jedoch ein gewachsener Marktanteil, der die Stärke der Marke Nvidia und die Nachfrage der Kunden auf jeder Plattform zeige.

Nachdem Nvidia mit den High-End-Consumer-Grafikchips GeForceFX 5800 und 5800 Ultra keinen Erfolg landete, da ATIs Radeon-9700- und die in geringen Stückzahlen erhältlichen Radeon-9800-Produkte ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis boten, soll es nun mit den seit April erhältlichen Low-End- (GeForceFX-5200-Serie) und Mid-Range-Grafikchips (GeForceFX-5600-Serie) wieder aufwärts gehen - in ersten Tests unterlagen Letztere aber ATIs Radeon-9500- und der neuen Radeon-9600-Serie. Im Low-End-Bereich wird der GeForceFX 5200 - der bisher einzige voll DirectX-9-fähige Low-End-Desktop-Grafikchip - laut Insider-Informationen von den PC-Herstellern nur zögerlich angenommen; Grund dafür sei das im Vergleich zur GeForce4 MX (noch) nicht ausreichend attraktive Preis-Leistungs-Verhältnis.

Nur für den High-End-Bereich scheint sich Nvidia nicht mehr auf die GeForceFX-5800-Serie verlassen zu wollen: Gerüchtweise soll schon zur nächste Woche vom 14. bis 16. Mai 2003 stattfindenden US-Spielemesse E3 ein deutlich leistungsfähigerer Nachfolger mit Codenamen NV35 präsentiert werden.  (ck)


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