Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0305/25346.html    Veröffentlicht: 06.05.2003 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/25346

Interview: X2 - Der Freelancer-Konkurrent im Überblick

Zahlreiche exklusive Screenshots zum Spiel

Bereits seit 1999 arbeitet Egosoft an der Fortsetzung des populären Weltraum-PC-Spiels X - Beyond The Frontier, erste Bilder und Infos zum Spiel lassen dabei auf ein ziemliches Highlight hoffen. Wir sprachen mit Entwicklungsleiter Bernd Lehahn über die Fortschritte bei der Entwicklung und konnten den Entwicklern zudem einige exklusive neue Screenshots entlocken.

Bernd Lehahn
Bernd Lehahn
Golem.de: Bernd, seit der Veröffentlichung von X-Tension im Sommer 2000 hat man relativ wenig von Egosoft gehört - habt ihr gleich nach der Fertigstellung des Add-Ons zu X - Beyond The Frontier mit der Entwicklung von X2 begonnen?

Lehahn: Eigentlich sogar schon früher. Gleich nach der Fertigstellung von X-BTF 1999 haben wir weiter sowohl an X-tension als auch an X2 gearbeitet. Im Gegensatz zu den Arbeiten an X-tension haben wir bei X2 natürlich alles besser gemacht und radikaler überarbeitet.

Golem.de: X - Beyond The Frontier hat zwar damals allgemein sehr gute Reviews bekommen, die Verkaufszahlen blieben aber wohl hinter den Erwartungen zurück. Was ist eure Erklärung dafür?

Screenshot #1
Screenshot #1
Lehahn: Das stimmt so auf keinen Fall. Zumindest sicher nicht für Deutschland und England, wo XBTF ein echter "Longseller" geworden ist. Weder XBTF noch X-tension hatten je den üblichen hohen Verkauf in den ersten Wochen nach Erscheinen, haben das aber im Laufe einer sehr langen Verkaufszeit mehr als ausgeglichen. Wo wir leider nicht so erfolgreich waren ist der US-amerikanische Markt. Der Grund dafür ist, dass es dort ein ziemliches Durcheinander mit dem Vertrieb gegeben hat. Unser Publisher hat XBTF für die USA an eine Drittfirma weitergegeben und diese hat kurze Zeit später leider ihr Geschäft eingestellt. Das ist auch der Grund, weswegen X-tension in den USA leider nie veröffentlicht wurde.

Golem.de: Für X2 seid ihr in Deutschland noch auf der Suche nach einem Publisher. Warum scheint es so schwer zu sein, als deutscher Entwickler mit einem derart ambitionierten Projekt wie X2 einen Partner zu finden?

Screenshot #2
Screenshot #2
Lehahn: Da gibt es im Moment unterschiedliche Gründe. Vor allem ist es im Moment einfach ein schlechter Zeitpunkt für PC-Spiele im Allgemeinen. Mehrere Firmen, mit denen wir in Deutschland in Verhandlungen standen, haben inzwischen leider Insolvenz angemeldet. Außerdem waren wir dieses Mal auch etwas vorsichtiger als zuvor und wollten auf keinen Fall alle Rechte einfach an einen Publisher verkaufen, der dann möglicherweise wieder einzelne Territorien nicht abdeckt (siehe oben). Inzwischen sieht es aber sehr gut aus und ich bin sicher, dass wir schon in wenigen Wochen Publisher für alle wichtigen Territorien offiziell nennen dürfen.

Golem.de: Was sind - abgesehen von der offensichtlich deutlich aufpolierten Grafik - eurer Meinung nach die größten Verbesserungen im Vergleich zum ersten Teil?

Screenshot #3
Screenshot #3
Lehahn: Darauf könnte ich dir jetzt eine lange Liste mit unserer Meinung nach tollen und innovativen neuen Features geben... Ich beschränke mich mal auf das Wichtigste.

X2 wird eine ganze Reihe von Möglichkeiten bieten, die es erstmals in einem Echtzeitspiel überhaupt ermöglichen werden, viele Schiffe gleichzeitig zu steuern oder auf Wunsch auch nur indirekt zu befehligen. So kann man zum Beispiel so genannte Minimonitore flexibel konfigurieren. Damit kann man eigene Schiffe aus jeder erdenklichen Perspektive überwachen oder auch aktiv steuern.

Besonders wichtig ist es uns, die Stärken von X konsequent weiter auszubauen. Die größte Stärke ist dabei sicher die totale Freiheit, in einem Universum einfach machen zu können was man möchte. Und genau da haben wir versucht, einfach noch viel mehr zu ermöglichen. Natürlich wird man nie fertig, wenn das Ziel ist, ein ganzes Universum zu simulieren, aber es gibt viele faszinierende neue Karrieremöglichkeiten. Freie Handelsaufträge für eines der vielen Völker des X Universums, spezielle Schiffe für den Transport von Personen, Aufbau beliebiger eigener Fabriken - alles soll möglich sein.

Golem.de: Nachdem Golem.de das erste Mal über X2 berichtet hatte, ist im Forum eine Diskussion über die Präferenzen der Leser hinsichtlich des Gameplays entbrannt - die einen wünschen sich mal wieder ein richtiges Action-Spiel im Stile eines Wing Commander, die anderen schätzen die Komplexität einer Handels- und Aufbausimulation. Welche Schwerpunkte wird X2 setzen, und inwieweit wird der Spieler in der Lage sein, selber zu bestimmen, wie viel Action und wie viel Strategie er will?

Screenshot #4
Screenshot #4
Lehahn: Genau das ist das Ziel der oben schon erwähnten Freiheit. Natürlich setzen wir vor allem im Rahmen der Story einen gewissen Schwerpunkt, mit dem wir auch die typische Entwicklung bis zu einem gewissen Grad festlegen. Aber es steht dem Spieler ohnehin immer frei, selbst die tolle Handlung einfach links liegen zu lassen.

Der Plot in X2 wird wesentlich umfangreicher sein als noch in XBTF und vor allem viel aufwendiger erzählt werden. Danach legt dann der Spieler aber völlig frei selbst fest, ob er zum Beispiel ständig mit den Piraten arbeitet und zum Beispiel Schiffe überfällt, weil er Action haben will, oder ob er ganz im Gegensatz, schön in "Ruhe" ein Handelsimperium aufbaut (Anmerkung: Ruhe ist relativ ;-).

Golem.de: Die ersten Screenshots sehen bereits beeindruckend gut aus. Welche Hardware wird vonnöten sein, um X2 flüssig darzustellen?

Screenshot #5
Screenshot #5
Lehahn: Die Minimumausstattung dürfte bei der Generation der GeForce1-Karten beginnen. Das Spiel hat selbstverständlich wieder eine Engine, die die Grafikqualität der Hardware anpasst, so dass es idealerweise auch mit derartigen älteren Karten noch spielbar ist. Um es aber richtig schön zu spielen und auch zumindest die wichtigsten Effekte wie das mehrfache DP3 Bumpmapping sehen zu können, sollte es nach Möglichkeit eine DX8-Karte sein. Wie immer gilt: Je schneller desto besser (oder auch schöner ;-).

Golem.de: Gibt es Pläne, X2 auch für Konsolen zu veröffentlichen?

Screenshot #6
Screenshot #6
Lehahn: Ja. Mehr dazu bald.

Golem.de: Könnt ihr schon ungefähr abschätzen, wann es in etwa eine spielbare Demoversion geben wird und wann in etwa das Spiel erscheint?

Lehahn: Sobald die Verträge mit den Publishern für die wichtigsten Territorien unter Dach und Fach sind, werden wir die jeweiligen Daten rausgeben. Vorher wäre das nicht seriös, da dies nicht nur von uns abhängt.

Golem.de: Gut. Letzte Frage: Nach den ersten Informationen zur Hintergrundgeschichte scheint die Story recht komplex zu sein - könnt ihr schon etwas mehr über den Handlungsstrang verraten?

Lehahn:: Gerne. Im ursprünglichen Spiel (X-Beyond The Frontier) übernahm der Spieler die Rolle eines Raumschiffpiloten namens Kyle Brennan, der in einer entfernten Gegend des Weltraums gestrandet war. Diese Region, bevölkert durch verschiedene fremde Rassen, kennen wir als das "X-Universum". Während der Spieler als Händler und Kopfgeldjäger sein Leben führte und diverse Aufträge übernahm, war er ständig auf der Suche nach einem Weg, zur Erde zurückzukehren. Nachdem er die unterschiedlichen Rassen aufgesucht und kennen gelernt hatte, wuchs in jener Zeit die Bedrohung durch ein Maschinenvolk, bekannt als die "Xenon". Auf dem Höhepunkt der Story trug der Spieler maßgeblich zu ihrer Niederlage bei.

Screenshot #7
Screenshot #7
In X2 übernimmt der Spieler die Rolle eines aus dem X-Universum stammenden Piloten. Die Geschichte beginnt mit unserem neuen Helden und seinem Gefährten, die im Begriff sind, ein Schiff zu stehlen. Nach dem gescheiterten, aber action-geladenen Fluchtversuch im dichten interstellaren Nebel findet er sich schließlich an Bord eines Sicherheitstransporters wieder, dazu verdammt, sein Leben in den kalten Minen des Gefängnisses auf Artur zu fristen.

Während des Fluges wird der Transporter von einem imposanten Schlachtkreuzer gestoppt, befehligt von einem Mann namens Ban Danna - hochrangiges Mitglied des argonischen Geheimdienstes. Er unterstützte Kyle (aus X-BtF) einst beim Kampf gegen die Xenon und Kyle selbst ist nun im Vorstand eines Unternehmens namens TerraCorp.

Da Ban Danna eine namhafte und geachtete Persönlichkeit ist, zögert der Kapitän des Sicherheitstransporters nicht und folgt der Aufforderung, den Spieler zu übergeben.

Screenshot #8
Screenshot #8
Dem verunsicherten Spieler erklärt Ban Danna ruhig aber bestimmt, wie falsch es ist, sein Leben mit illegalem Piratendasein zu vergeuden und dass dies seine letzte und einzige Gelegenheit ist, umzudenken und freizukommen.

Der Spieler ergreift die Chance, einem Leben in den Minen zu entrinnen und verspricht, mit ehrlicher Arbeit statt Piratentum ein anständiges Leben zu führen. Der Gütertransport für TerraCorp scheint ein gutes Angebot zu sein und er macht stetig Fortschritte in seinem neuen Job.

Doch bald holt ihn seine Vergangenheit ein, als er die wahren Gründe seiner Rettung erkennt. Während sich die rätselhafte Geschichte entwickelt, müssen verlorene Schiffe und vergessene Technologien gefunden werden und Reisen von Königstal zu den neuen Grenzgebieten und darüber hinaus warten auf ihn. Als eine neue Rasse, die "Khaak", und ihre vernichtenden Absichten entdeckt werden, wird er in dunkle Machenschaften verstrickt und muss gefahrvolle Abenteuer bestehen. Mysteriöses aus seiner Vergangenheit zeichnet sich ab, er wird mit Enthüllungen konfrontiert und entdeckt seine wahre Identität sowie die seines Vaters. Entscheidungen, die zu treffen sind, lösen in ihm ein Dilemma aus, einen Kampf zwischen Gefühl und Loyalität. Doch er muss sich den kommenden Herausforderungen stellen und Stärke beweisen, wenn er dieses rätselhafte Netz entwirren will.  (tw)


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