Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0305/25306.html    Veröffentlicht: 02.05.2003 11:27    Kurz-URL: https://glm.io/25306

IBM: Kleinsten Festkörper-Licht-Emitter entwickelt

Licht-Emitter aus Kohlenstoff-Nanoröhrchen misst nur 1,4 Nanometer

IBM hat nach eigenen Angaben den derzeit weltweit kleinsten Festkörper-Licht-Emitter ("Solid-state Light Emitter") mit Kohlenstoff-Nanoröhrchen (Carbon Nanotubes) erzeugt. Der Licht-Emitter wird elektronisch gesteuert und besteht aus einem einzelnen Molekül. Die Entwicklung deutet laut IBM darauf hin, dass die Eigenschaften von Carbon-Nanotubes neue Anwendungsmöglichkeiten in der Opto-Elektronik aufzeigen.

Die Kohlenstoff-Nanoröhrchen sind röhrenförmige Moleküle, die fünfzigtausend Mal dünner als das menschliche Haar sind. IBM geht davon aus, dass Kohlenstoff-Nanoröhrchen einer der vielversprechendsten Kandidaten für den Ersatz von Silizium bei künftigen Chipentwicklungen ist.

Der entwickelte Licht-Emitter besteht aus einer einzelnen Nanoröhre mit einem Durchmesser von 1,4 Nanometern. Er wurde konfiguriert als dreiendiger Solid-State-Transistor, der die gleichen Prinzipien aufweist wie herkömmliche Transistoren. Die Lichterzeugung entsteht dadurch, dass der Transistor "ambipolar" aufgebaut wurde, um gleichzeitig negative Ladungen (Elektronen) von einer Quellen-Elektrode und positive Ladungen ("Löcher") von einer Ableitungselektrode in die Nanoröhre aufzunehmen. Wenn die Elektronen und die Positiv-Ladungen sich in der Röhre treffen, neutralisieren sie sich gegenseitig bei Erzeugung von Licht.

Da es sich um einen Transistor handelt, kann der Licht-Emitter abhängig von der angelegten Spannung an- und ausgeschaltet werden.  (ji)


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