Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0304/25226.html    Veröffentlicht: 28.04.2003 09:20    Kurz-URL: https://glm.io/25226

Ortsgespräche by Call: Erste Reaktionen eher verhalten

Tele 2 meldet eine halbe Million Ortsgespräche am ersten Tag

Am 25. April 2003 entstand durch die Öffnung des Marktes für Ortsgespräche die Möglichkeit, Call-by-Call-Gespräche anbieten zu können. Nun haben sich einige der beteiligten Telekommunikationsunternehmen erstmals geäußert, wie sie den Auftakt erlebt hatten. Dabei kam es zu unterschiedlichen Bewertungen.

Wie das Nachrichtenmagazin Focus meldet, berichtete die schwedische Telefongesellschaft Tele 2 von einem erfolgreichen Start. "Wir sind überrascht und sehr zufrieden", sagte Deutschland-Geschäftsführer Roman Schwarz zu Focus. "Am ersten Tag führten mindestens 200.000 Kunden genau 543.200 Ortsgespräche über unser Netz."

Die Düsseldorfer Gesellschaft 01051 Telecom hingegen sprach von einem verhaltenen Auftakt. "Es ist noch nicht der Knaller", sagte ein Sprecher, ohne allerdings Zahlen zu nennen.

Nach einer repräsentativen Studie des Meinungsforschungsinstituts Polis im Auftrag der dpa will fast jeder zweite Deutsche "wenigstens ab und zu" Call by Call im Ortsnetz nutzen. Besonders ausgeprägt ist das Interesse bei den 35- bis 54-Jährigen.

EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti will voraussichtlich im Juni 2003 eine millionenschwere Kartellstrafe gegen die Telekom verhängen. Wie Focus meldet, steht für Europas obersten Wettbewerbshüter nach monatelangen Ermittlungen fest, dass der Ex-Monopolist Konkurrenten durch überhöhte Nutzungspreise den Zugang zum Telefonortsnetz verbarrikadiert habe. Trotz Liberalisierung und neuer Anbieter betreibe die Telekom immer noch 96 Prozent der deutschen Telefonanschlüsse. Monti will laut Focus die Strafe "im niedrigen zweistelligen Millionenbereich" ansiedeln.  (ad)


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