Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0304/25141.html    Veröffentlicht: 23.04.2003 10:12    Kurz-URL: https://glm.io/25141

Offiziell: Palm bringt Zire 71 mit Digitalkamera

Zire 71 mit PalmOS 5.2.1, Farb-Display, 16 MByte RAM und SD-Card-Steckplatz

Palm kündigt mit dem Zire 71 offiziell ein weiteres Modell aus der Zire-Serie an, womit sich die Gerüchte von Ende März 2003 bestätigen. Der Zire 71 besitzt neben einem Farb-Display als erstes Palm-Gerät eine integrierte Digitalkamera. Damit will Palm in den Marktbereich von Sony vordringen, die sich einen Namen als Anbieter von Multimedia-PDAs auf Basis von PalmOS gemacht haben. Parallel mit dem Zire 71 wurde auch der Tungsten C mit WLAN-Funktion von Palm angekündigt.

Zire 71
Zire 71
Der Zire 71 verfügt über eine integrierte Digitalkamera, die Bilder mit einer Auflösung von 640 x 480 Bildpunkten aufnimmt. Die Kameralinse befindet sich auf der Rückseite des Gehäuses und wird von einem Schiebemechanismus vor Verschmutzung und Beschädigung geschützt. Dieser Mechanismus ähnelt der Konstruktion im Tungsten T, wovon der Zire auch einen vergleichbaren Navigationsknopf erbte, der die Bedienung des Geräts ohne Stift ermöglicht. Die fertigen Bilder erscheinen auf dem transflektiven TFT-Display, das bei einer Auflösung von 320 x 320 Bildpunkten 65.536 Farben darstellt.

Im Innern des PDAs steckt ein OMAP-Prozessor von Texas Instruments, der mit einer Taktrate von 140 MHz läuft. Von den 16 MByte RAM-Speicher stehen rund 14 MByte zur freien Nutzung zur Verfügung, weil installierte Anwendungen den Speicher belegen. Im 8-MByte-ROM steckt das Betriebssystem PalmOS 5.2.1, womit der Zire 71 zu den ersten PalmOS-Geräten gehört, die nicht mehr mit Graffiti, sondern mit der neuen Version Graffiti 2 ausgestattet sind. Mit Graffiti 2 kehrt PalmSource der bisherigen Philosophie der "Ein-Strich-Technik" den Rücken und setzt auf ein "Zwei-Strich-Verfahren" bei der Buchstabeneingabe.

Zire 71 - Rückseite
Zire 71 - Rückseite
Um den Speicher etwa für das Ablegen von Fotos zu erweitern, bietet der Neuling einen Steckplatz, um SD-Cards und MultiMediaCards (MMC) zu nutzen. Durch Unterstützung des SDIO-Standards lässt sich etwa eine Bluetooth-Funktion nachrüsten. Die mitgelieferte Palm-Photo-Anwendung synchronisiert ihre Daten mit dem Palm Desktop, so dass die geknipsten Bilder bequem auf den PC transferiert und nach einer Bearbeitung wieder auf das mobile Gerät übertragen werden können. Unter MacOS werden Bilder direkt aus iPhoto über das "Send to Handheld"-Icon an den PDA übermittelt.

Zudem beherrscht der 11,4 x 7,4 x 1,7 cm messende Zire 71 die MP3-Wiedergabe, was der RealOne Mobile Player übernimmt, der MP3- und RealAudio-Dateien wahlweise über den integrierten Lautsprecher oder die Stereo-Kopfhörerbuchse ausgibt. Die MP3-Wiedergabe benötigt allerdings eine separat erhältliche Speicherkarte, weil sich die Daten nicht im Arbeitsspeicher ablegen lassen. MacOS-Anwender können iTunes verwenden, um MP3-Daten auf den mobilen Begleiter zu übertragen.

Zire 71
Zire 71
Mit dem Kinoma Player und Producer lassen sich zudem Videodaten bearbeiten und abspielen. Schließlich besitzt der 150 Gramm wiegende Zire 71 eine Infrarotschnittstelle und den Universal Connector, um sämtliches dafür erhältliches Zubehör nutzen zu können. Die Stromversorgung übernimmt ein Lithium-Ionen-Polymer-Akku, der bei durchschnittlicher Nutzung rund sieben Tage durchhalten soll. Als kleine Neuerung erleichtert die Windows-Funktion Quick Install das Aufspielen und Verwalten von Daten auf den PDA. So werden Multimedia-Dateien automatisch konvertiert, bei Bedarf entpackt und auf den mobilen Begleiter übertragen.

Der Zire 71 soll ab sofort zum Preis von 349,- Euro erhältlich sein. Zum Lieferumfang gehört ein USB-Kabel samt Ladegerät, eine Anleitung sowie eine Software-CD mit einer SMS- und einer Telefon-Anwendung sowie dem E-Mail-Client VersaMail 2.5.

Nachtrag vom 23. April 2003 um 15:20 Uhr:
Wie der tagesaktuelle PDA-Preisvergleich auf markt.golem.de enthüllt, wird der Zire 71 schon am Erstverkaufstag unterhalb der unverbindlichen Preisempfehlung verkauft und bei einem Händler für 319,- Euro angeboten.  (ip)


© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/