Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0304/25131.html    Veröffentlicht: 22.04.2003 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/25131

Spieletest: I Was An Atomic Mutant - Trash-Horror für PC

Schicke Präsentation, lahmes Gameplay

In den fünfziger Jahren lief der amerikanische Horrorfilm zur Hochform auf. Leinwandstreifen, in denen diverse Monster die Menschheit heimsuchten und ganze Städte dem Erdboden gleich machten, gehörten dabei zu den publikumsträchtigsten Veranstaltungen. Das PC-Spiel I Was An Atomic Mutant von THQ greift diese Thematik auf und lässt den Spieler selbst in das Geschehen eingreifen.

Allerdings schlüpft man nicht etwa in die Rolle von Polizei und Geheimdienst beim verzweifelten Versuch, Godzilla und Co. aufzuhalten. Stattdessen darf man selbst Monster spielen - und alles zerstören, was einem so in die Quere kommt. Vier Monster stehen dabei zur Auswahl, angefangen bei der übermenschlich großen Riesen-Frau She-Beast bis hin zu "The Brain", einem bösartigen Gehirn.

Screenshot #1
Screenshot #1
Die Präsentation ist den Entwicklern dabei recht stilecht gelungen: In den Menüs gibt es verfremdete Film-Plakate zu sehen, das Spielgeschehen kann wahlweise auch in Schwarz-Weiß betrachtet werden und die Action wird auf Wunsch auch auf einer Leinwand in einem simulierten 50er-Jahre-Kino gezeigt. Wirklich klasse sind auch Musik und Effekte: Obskure Melodien begleiten den Auftritt der Aliens, und verängstigte Bürger lassen ihrer Panik mit Ausrufen wie "It's destroying everything!" freien Lauf.

Screenshot #2
Screenshot #2
Leider hat der Titel bezüglich des Gameplay allerdings nicht besonders viel zu bieten: Prinzipiell bearbeitet man einen Level nach dem anderen und hat nichts anderes zu tun, als recht kleine Städte oder Militäranlagen mit den jeweiligen Waffen der Monster komplett einzustampfen. Bürger mit Gewehren und Militär-Flugzeuge machen einem dabei zwar das Leben schwer, das ändert aber nichts daran, dass sich schon bald Langeweile einstellt - auf Dauer motiviert es halt nur wenig brav sämtliche Gebäude abzulaufen und zu beschießen. Erschwerend kommt hinzu, dass die vier Charaktere auch kaum über amüsante Spezial-Fähigkeiten verfügen, die das Spielgeschehen auflockern würden.

Fazit:
I Was An Atomic Mutant macht wirklich Spaß - allerdings leider nur in den ersten zehn Minuten. Hat man erst mal über die witzige Präsentation geschmunzelt, muss man sich bald damit abfinden, dass der Titel spielerisch kaum etwas zu bieten hat. Die simple und alles andere als abwechslungsreiche Action vermag kaum an Maus und Tastatur zu fesseln - da kann auch der verhältnismäßig günstige Verkaufspreis von 20 Euro nichts mehr retten.  (tw)


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