Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0304/25125.html    Veröffentlicht: 22.04.2003 11:14    Kurz-URL: https://glm.io/25125

AMD startet mit Opteron in die 64-Bit-Welt

Opteron kommt mit 1,4 bis 1,8 GHz für Dual-Prozessor-Systeme auf den Markt

Am heutigen Dienstag ab 15:30 Uhr fällt der Startschuss für AMDs ersten 64-Bit-Prozessor, den Server-Chip Opteron, alias SledgeHammer. Neben einer neuen Prozessor-Architektur und neuer Herstellungstechnik ist auch speziell angepasste Software vonnöten, um die Fähigkeiten des 32-Bit-kompatiblen Prozessors voll auszureizen.

Gefertigt wird der Opteron in einem 0,13-Mikron-Prozess unter Verwendung von Silicon-on-Insulator-Technik (SOI). Der Chip besitzt drei HyperTransport-Links, die eine Bandbreite von bis zu 19,2 GByte pro Sekunde ermöglichen sollen sowie einen 16fach assoziativen Level-2-Cache mit 1.024 KByte und je einen 64 KByte zweifach assoziativen Level-1-Cache (zwei 64-Bit-Operationen pro Zyklus, drei Zyklen Latenz) für Daten und Befehle.

Der ACPI-2.0-konforme Chip steckt dabei in einem PGA-Gehäuse mit 970 Pins, besitzt einen lokalen APIC und unterstützt AMDs 3DNow!-Befehlssatz ebenso wie Intels MMX, SSE und auch SSE2. Für einen schnellen Speicherzugriff soll ein integrierter Dual-Channel-DDR333-SDRAM-Controller sorgen.

Die Modell-Nummer des Opteron besteht aus drei Ziffern, von denen die letzten beiden einen Hinweis auf die Leistungsfähigkeit des Chips geben sollen. Die erste Ziffer hingegen gibt Aufschluss darüber, wie viele Prozessoren maximal in einem System laufen können. Opteron-Chips der Serie 100 sind demnach für Single-Prozessor-Systeme vorgesehen, während die Serie 200 auf Dual-Prozessor-Systeme ausgelegt ist und Prozessoren der Serie 800 in Systemen mit bis zu acht Prozessoren eingesetzt werden können.

Zunächst bringt AMD die Opteron-Chips 240, 242 und 244 auf den Markt, die mit 1,4, 1,6 und 1,8 GHz getaktet sind. Die Geschwindigkeit der Chips will AMD mit Benchmarks für unterschiedliche Applikationen hinterlegen, um Server-Betreibern die Möglichkeit zu geben, den optimalen Prozessor für die jeweilige Server-Applikation auszuwählen. Die Taktfrequenz spielt nach Ansicht von AMD dabei nur eine untergeordnete Rolle.

Der Opteron kann neben 64-Bit-Applikationen auch herkömmliche 32-Bit-Applikationen ausführen, wobei als 64-Bit-Betriebssystem zum Start nur Linux zur Verfügung steht. Gemeinsam mit SuSE hat AMD das freie Betriebssystem auf die neue Prozessor-Architektur portiert. SuSE bietet auch eine entsprechende Linux-Distribution für den Opteron an. Microsoft hat zwar seine Unterstützung für AMDs 64-Bit-Chips ebenfalls zugesagt, will aber erst Mitte 2003 eine erste Beta des Windows 2003 Server für AMDs 64-Bit-Chips fertig haben.

Die Preise der ersten Opteron-Chips liegen zwischen 283,- für den Opteron 240 und 794,- US-Dollar für den Opteron 244. Die Chips können in Systemen mit maximal zwei Prozessoren eingesetzt werden und sind vor allem für Server gedacht. AMD rechnet aber damit, dass auch leistungsfähige Workstations auf Basis der Opteron-Chips entwickelt werden. Der eigentliche Startschuss für AMDs 64-Bit-Chips im Desktop-Bereich hingegen ist mit dem Athlon64 für den Herbst dieses Jahres geplant. Bis dahin will AMD die Herstellung des Prozessors weiter optimieren, um so höhere Taktfrequenzen zu erreichen. Zudem sollte dann auch ein 64-Bit-Windows für Athlon64 verfügbar sein, das für einen Erfolg von AMDs 64-Bit-Vorstoß im Desktop-Bereich wohl unabdingbar ist.

Umfangreiche Benchmarks eines AMD Opteron 244 im Vergleich mit einem Athlon MP und Intels Xeon-Prozessoren unter einem 32-Bit Windows 2000 Server bieten unter anderem TecChannel und TomsHardware.de an.  (ji)


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