Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0304/24959.html    Veröffentlicht: 10.04.2003 10:23    Kurz-URL: https://glm.io/24959

OQOs Ultra-Personal Computer kommt im zweiten Quartal 2003

Gehäuse soll aus Spezialmetall bestehen, das Titan alt aussehen lässt

Es gibt Neues vom Ultra-Personal Computer (UPC) von OQO: Nachdem der Hersteller ursprünglich schon im letzten Jahr ausliefern wollte und dies dann auf das erste Halbjahr 2003 verlegte, soll es nun erst im zweiten Halbjahr soweit sein. OQO-Partner Liquidmetal hat zudem angekündigt, dass man dem OQO-UPC-Gehäuse ein ganz besonderes Metall spendieren will, das deutlich härter als Titan sei.

OQO UPC
OQO UPC
Beim 12,4 cm x 7,4 cm x 2,3 cm großen und rund 260 Gramm wiegenden OQO-UPC handelt es sich um einen vollwertigen Zwerg-PC mit Crusoe-TM5800-Prozessor, berührungssensitivem 4-Zoll-VGA-LCD, 256 MByte Speicher, mind. einer 10-GByte-2,5-Zoll-Festplatte, WLAN, Bluetooth, Firewire, USB und Lithium-Polymer-Akku (bis zu acht Stunden Betriebszeit). Als Betriebssystem wird Windows XP vorinstalliert sein. Das Gerät eignet sich damit nicht nur für den mobilen Einsatz, sondern soll - in Verbindung mit einer Dockingstation, Tastatur und externem Display - auch als Desktop-PC genutzt werden können. Preise nannte OQO noch nicht, sie sollen aber mit denen herkömmlicher Notebooks vergleichbar sein bzw. etwas darunter liegen.

Damit das kleine Gerät, das etwa die Größe eines gut gefüllten Portemonnaies aufweist, gut geschützt ist, soll eine amorphe Metall-Legierung von Liquidmetal helfen. Der Name des High-Tech-Material-Entwicklers aus dem US-Staat Florida erinnert wohl nicht von ungefähr an den Actionfilm "Terminator 2: Judgement Day".

Liquidmetal kann zwar noch keine durch die Gegend fließenden intelligenten Metalle bauen, verspricht dafür allerdings, dass die entwickelten Legierungen eine besondere, nicht kristalline Struktur aufweisen. Diese mache sehr dünne, präzise geformte Teile möglich, die gleichzeitig die Stärke und eine zwei bis drei mal höhere Härte als Titan und andere üblicherweise eingesetzte Metalle besitzen würden. So seien die Metalle kratzfest und zudem rostfrei. Damit will man insbesondere Produktdesignern von Elektronik helfen, die immer kleineren und mit immer mehr Funktionen ausgestatteten mobilen Geräte zu schützen.

"Nachdem wir in der Vergangenheit mit den Limitationen von verschiedenen Kunststoffen und Metallen kämpfen mussten, etwa auch bei Apples Titanium-PowerBook-Design, sind wir begeistert, die außergewöhnliche Stärke und Dünnwandigkeits-Möglichkeiten der Liquidmetal-Legierungen zu entdecken", schwärmt OQO CEO Jory Bell. Einige Mitglieder des OQO-Teams, darunter auch Bell, waren an der Entwicklung des Titanium-PowerBooks-Designs beteiligt. "Anders als bei Magnesium- und Titan-Komponenten ist die Liquidmetal-Legierung sowohl chemisch als auch ästhetisch geeignet, in natürlicher, nicht bemalter Form genutzt zu werden und dabei trotzdem unsere Design-Kriterien zu treffen. [.]"

Liquidmetal zeigt sich seinerseits begeistert, in den nächsten Monaten mit dem OQO-Team zusammenzuarbeiten. Bleibt zu hoffen, dass das innovative Projekt wirklich noch in diesem Jahr die Marktreife erlangt und nicht durch weitere Verzögerungen zum Erliegen kommt.  (ck)


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