Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0304/24944.html    Veröffentlicht: 09.04.2003 11:19    Kurz-URL: https://glm.io/24944

WiMAX will stadtweiten High-Speed-Datenfunk

Gemeinnützige Organisation wächst und will IEEE-802.16-Produkte zertifizieren

Mit dem im Januar 2003 abgesegneten IEEE-Datenfunk-Standard 802.16a, der Frequenzen von 2 bis 11 GHz abdeckt, sollen drahtlose Stadtbereichsnetze (Metropolitan Area Network, MAN) errichtet und 802.11-Hot-Spots mit Daten versorgt werden können. Die im Gegensatz zu aktuellen WLAN-Netzen reichweitenstärkere und auch für die Breitband-Anbindung von Haushalten einsetzbare Technik wird von der gemeinnützigen Industrie-Organisation WiMAX unterstützt, deren Mitgliederzahl stetig wächst.

Zu den WiMAX-Mitgliedern zählen mittlerweile auch Airspan Networks, Alvarion, Aperto Networks, Ensemble Communications, Fujitsu Microelectronics America, Intel, Nokia, das OFDM Forum, Proxim und Wi-LAN. Weitere Unternehmen dürften in den nächsten Monaten folgen. Die im WiMAX versammelten Unternehmen wollen den technischen Standard 802.16 (10 bis 66 GHz) und dessen unterschiedliche Ausprägungen wie das eingangs erwähnte 802.16a (2 bis 11 GHz) und 802.16b weltweit bewerben, um die Entwicklung kostengünstiger MANs voranzutreiben.

So sollen 802.16a-Basisstationen unter optimalen Bedingungen nicht nur eine maximale Reichweite von knapp 50 Kilometern bieten, sondern auch Datenraten von bis zu 70 Mbps erlauben. Damit sollen mehr als 60 Unternehmen mit leistungsstarken breitbandigen Anbindungen und Hunderte Privathaushalte mit DSL-vergleichbaren Anbindungen versorgt werden können. Die genannte Bandbreite gilt pro Sektor einer Basisstation, wobei eine typische 802.16a-Basisstation bis zu sechs Sektoren abdecken kann.

"Wireless Internet Service Provider errichten mittels proprietärer Technik drahtlose Breitband-Zugänge in mehr als 2.500 unterversorgten Märkten in den USA", so die WiMAX-Präsidentin Margaret LaBrecque. "Durch Einsatz von 802.16-Lösungen können diese Service Provider ihre System-Leistung und -Verlässlichkeit steigern, während gleichzeitig die Gerätekosten und die Investitions-Risiken sinken." Mit anderen Worten: Es müssen weniger Basisstationen errichtet werden und weniger Datenleitungen verlegt werden, um diese ins Provider-Netzwerk einzubinden.

2004 will WiMAX Konformitäts-Test-Pläne entwickeln, Zertifizierungs-Labors auswählen und Host-Kompatibilitäts-Events für 802.16-Anbieter veranstalten. Kompatible 802.16-Hardware soll das Siegel "iMAX Certified" erhalten, so dass WiMAX im Grunde das Gleiche tut wie die Wi-Fi-Alliance für die WLAN-Entwicklung. Gemeinsam mit dem "European Telecommunications Standards Institute" (ETSI) will man Test-Pläne für den ebenfalls 802.16-basierten, in Entwicklung befindlichen europäischen Wireless-MAN-Standard entwickeln.  (ck)


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