Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0303/24771.html    Veröffentlicht: 28.03.2003 11:00    Kurz-URL: https://glm.io/24771

Streit um Mobilfunkstandard für Nachkriegs-Irak

US-Verteidigungsministerium will GSM-Netz; US-Gegner favorisiert CDMA-Netz

Noch ist die US-Invasion im Irak in vollem Gange, da entbrennt bereits in den USA ein Streit darüber, welchen Mobilfunkstandard man im Nachkriegs-Irak aufbauen will. Das amerikanische Verteidigungsministerium will ein Mobilfunknetz mit GSM-Technik aufbauen. Dagegen spricht sich ein Mitglied des amerikanischen Repräsentantenhauses aus und plädiert stattdessen für die Errichtung eines CDMA-Netzes.

Der republikanische Abgeordnete und das Mitglied des amerikanischen Repräsentantenhauses Darrell Issa spricht sich in einem Brief dafür aus, im Nachkriegs-Irak ein CDMA-Netz zu errichten. Issa vertritt im Repräsentantenhaus die Region San Diego, wo auch der CDMA-Entwickler Qualcomm seinen Hauptsitz hat.

Issa behagt es nicht, dass im Nachkriegs-Irak ausgerechnet deutsche und französische Firmen Einnahmen erzielen, indem ein GSM-Netz mit deren Hilfe aufgebaut wird, wo deren Regierungen den Irak-Krieg nicht unterstützen, sondern ablehnen. "Wenn wir ein System bestehend aus europäischer Technik aufbauen, werden die Europäer die Lizenzgebühren einstreichen und nicht die Patent-Inhaber der USA. Von einem Investitions-Standpunkt aus ist das eine schlechte Entscheidung", argumentiert Darrell Issa.

Auslöser dieses Briefes war der Entschluss des US-Verteidigungsministeriums, im Nachkriegs-Irak ein GSM-Netz aufbauen zu wollen. Da viele Länder im Nahen und Mittleren Osten mit GSM-Netzen ausgestattet sind, hätte das den Vorteil, dass man auch beim Überschreiten von Ländergrenzen mit Hilfe von Roaming-Abkommen die entsprechenden Netze nutzen könnte.  (ip)


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