Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0303/24364.html    Veröffentlicht: 10.03.2003 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/24364

Spieletest: World Racing - Mit dem Mercedes um die Welt

Grafisch opulentes Rennspiel für die Xbox

Ferrari, Porsche, Lotus, Lamborghini - allesamt Automarken, denen bereits komplette Computer- und Videospiele gewidmet wurden. Mit World Racing wird nun auch Mercedes diese Ehre verliehen: Im vom deutschen Team Synetic entwickelten Spiel rast man ausschließlich in Fahrzeugen mit dem Stern über diverse Kurse.

Synetic hat dabei mit der Stuttgarter Nobelmarke bereits einige Erfahrungen sammeln können, im technisch hervorragenden, wirtschaftlich aber erfolglosen PC-Spiel Mercedes Benz Truck Racing war man bereits in Mercedes LKWs unterwegs. World Racing bietet nun die komplette Bandbreite des berühmten Auto-Herstellers: Angefangen bei der A-Klasse über C-, E- und S-Klasse bis hin zu Geländewagen, Rennmobilen und Oldies ist alles vertreten, insgesamt kann in 109 verschiedenen Fahrzeugen Platz genommen werden. Die einzelnen Gefährte darf man zudem durch Wahl der Karosseriefarbe und dem eigenen Namen auf dem Nummernschild ein wenig personalisieren.

Screenshot #1
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Ähnlich abwechslungsreich ist auch das Streckenangebot, im Spielverlauf durchquert man unter anderem die USA, Mexico und Japan, aber auch europäische Strecken wie ein Kurs in den Alpen sind mit dabei. Natürlich muss ein Großteil der Parcours erst freigespielt werden. Hierzu sind diverse Aufgaben zu erledigen, wobei es nicht nur auf gute Platzierungen im Rennen ankommt. Diverse Querfeldein-Kurse verlangen Feingefühl am Joypad, bei Mann-gegen-Mann-Duellen hingegen ist Geschwindigkeit Trumpf. Zudem bekommt man aber auch Punkte für besonders faires Fahrverhalten oder großes Geschick bei der Lenkung des Wagens, hier erinnert World Racing ein wenig an das grandiose Project Gotham Racing.

Screenshot #2
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Insgesamt sind 48 Missionen im Angebot, der Schwierigkeitsgrad ist dabei von Beginn an recht hoch. Das liegt vor allem an der Simulations-Lastigkeit des Titels: Zwar lässt sich der Realismusgrad mit Hilfe eines Reglers zwischen 100 Prozent Arcade und 100 Prozent Simulation beliebig einstellen, nichtsdestotrotz ist das Spiel vom simplen Aracade-Racing aber immer weit entfernt.

Screenshot #3
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Deutlich störender ist allerdings ein anderer Punkt, der gleichzeitig aber auch das Beeindruckendste am ganzen Spiel ist: die Grafik. World Racing gehört mit zum Schönsten, was man je auf der Xbox zu sehen bekam, die Autos glänzen wie frisch poliert, die Strecken und Hintergründe sind derart detailreich und mit so vielen animierten Details versehen, dass man sich manchmal wie auf Sightseeing-Tour fühlt. Leider kann die Xbox-Hardware aber nicht mehr mithalten, die Grafik-Pracht wird mit gelegentlichen Rucklern, und, was noch viel schlimmer ist, einem sehr lahmen Geschwindigkeitsgefühl erkauft. Denkt man zu Beginn noch, dass der sich nicht einstellende Geschwindigkeitsrausch auf die zu Beginn einzig freigeschalteten langsamen Mercdes-Modelle wie die A-Klasse zurückzuführen ist, muss man leider später feststellen, dass auch mit schnelleren Boliden die Strecken nie wirklich zügig an einem vorbeirauschen.

World Racing ist derzeit nur für Xbox erhältlich. Das Spiel soll aber noch im ersten Halbjahr 2003 auch für PlayStation 2 und Gamecube veröffentlicht werden.

Fazit:
Schade: Hatte man im Vorfeld auf Grund der phänomenalen Optik noch angenommen, dass World Racing die neue Xbox-Rennspiel-Referenz werden würde, bricht das lahme Fahrgefühl dem Titel letztendlich das Genick. So schön dieses Spiel auch aussieht - Kern der Faszination eines Rennspiels ist nun mal der Rausch der Geschwindigkeit, und den sucht man hier leider vergeblich. Hinsichtlich der Grafik, der Fahrzeug- und der Streckenvielfalt kann auf der Xbox allerdings kaum ein Rennspiel mit World Racing mithalten.  (tw)


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