Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0302/24230.html    Veröffentlicht: 28.02.2003 10:51    Kurz-URL: https://glm.io/24230

GeForceFX ade? ATIs Radeon-9700-Nachfolger ab März 2003

Mainstream-Produkte sollen in 0,13 Mikron gefertigt werden

ATIs Vice President of Engineering, Dave Rolston, hat am 24. Februar 2003 auf einer Goldman-Sachs-Konferenz für Investoren ein paar Informationen über die Nachfolger der Radeon-9500- und Radeon-9700-Grafikprozessoren genannt. In der nahen Zukunft, genauer gesagt schon im März, soll der R350 als Nachfolger der Radeon 9700 (Pro) laut Rolston sein Marktdebüt feiern.

Der R350, der laut Gerüchten den Namen Radeon 9900 tragen soll, wird laut Rolston deutlich schneller sein als der vor sechs Monaten vorgestellte Vorgänger. Zwar nannte Rolston keine Details, betonte aber, dass man in der Leistung mindestens während des Kalenderjahres 2003 die Marktführerschaft innehalten wolle.

Über den Nachfolger der bestehenden Radeon-9500-Produkte, dem RV350, sagte Rolston nur wenig: Die Chips sollen in 0,13 Mikron gefertigt werden, eine Variante der Radeon-9700-Architektur sein, das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im Mainstream-Markt bieten und ebenfalls innerhalb von 30 Tagen vorgestellt werden. Zur Leistung erklärte er nur, dass sie "extrem schnell" sei, nannte aber wie beim R350 keine Details. Im Netz kursieren bereits Gerüchte, nach denen der Mainstream-Grafikprozessor RV350 als Radeon 9600 auf den Markt kommen wird.

Für den R350 gilt die Fertigung in 0,13 Mikron also noch nicht. Die Fertigung der 0,13-Mikron-Radeon-9500-Nachfolger übernimmt TSMC. Der Umstieg soll keine Probleme gemacht haben, Rolston erklärte der versammelten Wirtschaftspresse, dass er die Aufregung um den Umstieg auf die neue Prozesstechnologie nicht verstehe. Laut Rolston soll die erwartete Kostenreduktion durch den Umstieg auf die kleinere Strukturgröße erst später eintreten, wenn die noch sehr teuren, speziellen Wafer durch zunehmende 0,13-Mikron-Fertigung günstiger würden.

Für künftige Produktgenerationen arbeitet ATI derzeit mit Intel an einer PCI-Express-Unterstützung. PCI Express soll den AGP-8X-Bus ablösen und deutlich höhere Bandbreiten ermöglichen. Auch 3Dlabs hatte kürzlich angekündigt, in dieser Hinsicht bereits mit Intel zusammenzuarbeiten. Laut ATI ist PCI Express eine wichtige Neuerung für die Industrie, bei der man den richtigen Zeitpunkt für die Verfügbarkeit von Produkten treffen müsse.

In Bezug auf die Geschäftsentwicklung von ATI hieß es, dass man versuche, durch Kostenreduktion und Verbesserung der Margen die eigene Profitabilität zu steigern.

Kommentar:
Falls ATI es schafft, bereits im März neue Chips vorzustellen und zeitnah auszuliefern, dürfte das ein herber Schlag für Nvidia sein. Während ATI bereits im März die Leistung der High-End-Consumer-Produkte mit 0,15-Mikron weiter hochzuschrauben gedenkt und Nvidia vermutlich bei geringeren Taktraten dank besserer Architektur sogar davonzieht, werden die GeForceFX-Grafikkarten erst ab März in ausreichenden Stückzahlen erhältlich sein. Terratec hat beispielsweise erst am 26. Februar 2003 die reguläre Auslieferung angekündigt, wovon im Handel übrigens noch nichts zu sehen ist, während PNY erst ab der ersten Märzwoche liefern will.  (ck)


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