Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0301/23553.html    Veröffentlicht: 20.01.2003 11:09    Kurz-URL: https://glm.io/23553

Radeon 9500/9700 (Pro) zur FireGL Z1/X1 wandeln

Anleitung zur Hardware-Modifikation im Netz zu finden, bald auch Software-Lösung

Nachdem sich verschiedene Hardware-Sites bereits sowohl mit dem Hardware- und Software-basierten Umbasteln von Radeon-9500-Grafikkarten zu teureren Radeon 9700 (Pro) beschäftigt haben, will man nun auch den Umbau zu Profigrafikkarten der FireGL-Serie ermöglichen. Während es bereits eine Hardware-Lösung (führt zu Garantie-Verlust!) zum Umbau gibt, wird auch schon an einem Treiber-Hack gearbeitet, der dies ähnlich wie beim SoftQuadro-Tool für GeForce-Karten unnötig machen soll.

Während die Hardware-Site X-Bit Labs einen Hardware-Umbau mittels Umlöten von Widerständen und Einspielen eines gehackten BIOS beschreiben, arbeitet der russische Programmierer "Alex Unwinder" daran, sein in das Grafiktreiber-Optimierungs-Tool RivaTuner integriertes SoftR9700 genanntes Radeon-9500-zu-Radeon-9700-Script entsprechend zu erweitern. Damit sollen ATI-Treiber so gehackt werden, dass diese eine Radeon 9500 (Pro) als FireGL Z1 sowie Radeon 9700 (Pro) als FireGL X1 erkennen. Da es technisch kaum Unterschiede zwischen den Radeon- und den FireGL-Produkten gibt, wäre es nicht verwunderlich, wenn dies klappen würde.

Für Spielefans ist der "Umbau" zur FireGL-Karte übrigens nicht von Relevanz, da dies Leistung kostet, dafür können die für Profi-3D-Anwendungen optimierten OpenGL-Treiber genutzt werden. Eben diese aufwendigeren Profi-OpenGL-Treiber mit höherer Darstellungsqualität und der Zertifizierung durch die einzelnen Softwarehersteller machen die FireGL-Grafikkarten auch teurer als die normalen Radeon-Produkte. Bei Nvidia verhält es sich zwischen den GeForce- auf der einen und den Quadro-Grafikkarten auf der anderen Seite nicht anders.

Da es im Grafikbereich auf mehr Qualität ankommt, dürfte nur die Radeon 9500 Pro, Radeon 9700 und Radeon 9700 Pro wirklich für die Nutzung als FireGL Z1 bzw. X1 in Frage kommen, sofern man es sich selbst gegenüber verantworten kann, sich eine zusätzliche Leistung von ATI zu erschleichen. Bei den Radeon-9500-Grafikkarten (ohne Pro), die mittels Treiber- oder Hardware-Hack als Radeon-9500-Pro- oder Radeon-9700-Grafikkarten genutzt werden können, kann es jedoch auf Grund von etwaigen Fehlern in normalerweise deaktivierten Bereichen (die vier zusätzlichen Render-Pipelines der teureren Radeon 9500 Pro, 9700, 9700 Pro) zu unschönen Darstellungsproblemen kommen. Was im Spielebereich schon nicht erwünscht ist, ist für den Grafiker sowieso undenkbar.

Unwinder hat das überarbeitete Grafiktreiber-Hack-Script SoftR9700 noch nicht in einer neuen Version veröffentlicht, in einem Hardware-Forum jedoch eigenen Angaben zufolge bereits eine Radeon 9500 mit 64 MByte Speicher als FireGL Z1 betreiben können, obwohl eine Original-FireGL-Z1 eigentlich mit 128 MByte DDR-SDRAM ausgestattet ist. Unwinder hat zudem Pläne angekündigt, ein entsprechendes Tool herauszubringen, das SoftQuadro ähnelt.  (ck)


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