Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0211/22497.html    Veröffentlicht: 05.11.2002 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/22497

Spieletest: Eternal Darkness - Grusel-Thriller für GameCube

Spiel von Nintendo und Silicon Knights

Erst kürzlich lehrte das gelungene Resident-Evil-Remake GameCube-Spieler das Fürchten. Mit Eternal Darkness erscheint nun bereits der nächste Titel, den ängstliche Naturen lieber nicht im Dunkeln spielen sollten.

Die Hauptrolle in Eternal Darkness spielt die junge, hübsche Alexandra Roivas, die eines Nachts durch einen Telefonanruf erfahren muss, dass ihr Großvater umgebracht wurde. Sofort macht sie sich zur großen Villa des Opas auf, um dort aber nur noch die blutigen Überreste des geliebten Verwandten zu finden. Da die Polizei hoffnungslos im Dunkeln tappt, entschließt sich Alexandra, selber dem Mörder auf die Schliche zu kommen - eine Entscheidung, die eine Reise durch zwölf unterschiedliche Kapitel in den verschiedensten Zeitepochen nach sich zieht.

Screenshot #1
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Ausgangspunkt ist dabei immer die große, unheimliche Villa. In der liegen die Kapitel eines für des Rätsels Lösung wichtigen Buches verstreut, und mit jedem weiteren Kapitel, dass Alexandra aufspürt, erhält sie Zugang zu einer anderen Welt. In den jeweiligen Welten spielt man dann übrigens nicht Alexandra selber, sondern übernimmt die Rolle eines anderen Charakters - so wird man zunächst zum Zenturio im alten Rom, streift dann als anmutige Schönheit durch antike Tempel oder findet sich sogar plötzlich in der Rolle des getöteten Großvaters wieder.

Screenshot #2
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Ebenso wie das Szenario wechseln auch die Waffen, mal muss man den zahlreichen Zombies und anderen Monstern mit dem Schwert entgegentreten, dann wieder kann man auch auf Feuerwaffen zurückgreifen oder muss gar mit giftigen Pfeilen vorlieb nehmen. Allerdings bleibt es nicht beim Kampf, eine große Anzahl unterschiedlich schwerer, aber eigentlich immer recht logischer Rätsel lockert den Action-Alltag auf.

Screenshot #3
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Zudem verfügt man auch über eine Reihe von magischen Fähigkeiten, die man im Spiel immer weiter ausbaut und mit denen sich zum Beispiel eigene Wunden heilen, aber auch diverse Monster beschwören lassen. Innovativ ist die Sanity-Anzeige: Neigt sich diese Leiste auf Grund zu vieler feindlicher Treffer dem Ende zu, verliert man immer mehr den Verstand, was zur Folge hat, dass man Halluzinationen erliegt, das Bild auf einmal unscharf wird oder andere mysteriöse Dinge passieren.

Screenshot #4
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Optisch ist Eternal Darkness dabei ein Augenschmaus - auch wenn nicht ganz die Qualität des in dieser Hinsicht atemberaubenden Resident Evil erreicht wird, überzeugt das Spiel durch wunderschöne Texturen und sehr stimmungsvolle Szenarien. Auch die Soundkulisse ist gelungen: Abgesehen von der sehr guten englischen Sprachausgabe (deutsch sind im Spiel nur die Untertitel), sorgen diverse Geräusche und Sounds für angenehme Gruseleffekte.

Ein weiterer Pluspunkt von Eternal Darkness ist die Tatsache, dass jederzeit Spielstände angelegt werden können und das Inventar - ganz im Gegensatz zu Resident Evil - unbegrenzt Gegenstände aufnehmen kann. Zudem lohnt mehrmaliges Durchspielen: Da man sich zu Beginn des Spieles für eines von drei Artefakten entscheiden muss (je nachdem, welche Wahl man trifft, ist im Spiel Kampf, Magie oder "Sanity" wichtiger), gibt es prinzipiell drei verschiedene Lösungswege, wobei alle drei Varianten inhaltlich identisch sind und sich nur im Kampf unterschiedlich bemerkbar machen. Wer sich aber trotzdem die Mühe macht, wird am Ende dann mit einer sehr ansehnlichen Endsequenz belohnt.

Fazit:
Eternal Darkness ist vielleicht nicht ganz so gruselig wie Resident Evil, kann dafür aber mit einer etwas spannenderen Geschichte, einer gelungenen Kombination aus Rätseln und Action sowie einer fantastischen Präsentation aufwarten. Der Titel gehört damit zweifellos zu den besten derzeit erhältlichen GameCube-Titeln.  (tw)


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