Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0211/22477.html    Veröffentlicht: 05.11.2002 09:23    Kurz-URL: https://glm.io/22477

Viele IT-Chefs entscheiden sich für Einstieg bei Web-Service

Gartner-Analyst Milind Govekar: Technologie noch nicht ausgereift

Die Hoffnung der IT-Chefs ruht scheinbar auf Web-Services - Diensten, die über das Internet eine einfache Integration von Anwendungen ermöglichen sollen. Schon heute erproben viele Unternehmen den Einstieg in die Web-Service-Technologie, so das IT-Wirtschaftsmagazin CIO unter Berufung auf Marktforscher.

Nach einer Studie der IT-Beratungsgesellschaft Cap Gemini Ernst & Young befinden sich derzeit 49 Prozent der 108 in Deutschland befragten Firmen in der Initiierungs-, 29 Prozent bereits in der Aufbauphase. Laut dem Geschäftsführer des Forschungsinstituts Berlecon Research, Thorsten Wichmann, wird es 2003 erste Einsätze jenseits von Pilotprojekten geben; ein Jahr später sei die Technologie dem Experimentierstadium entwachsen. Auch laut Gartner-Analysen sind Web-Services im Aufstieg begriffen: Ab 2005, versprechen die Marktforscher, sollen jene Unternehmen profitieren, die heute investieren.

Der Grund für die positiven Prognosen liegt für Gartner-Analyst Milind Govekar auf der Hand: "30 Prozent aller IT-Gelder geben CIOs derzeit dafür aus, Punkt-zu-Punkt-Verbindungen aufrechtzuerhalten." Als Web-Services konzipiert, würden einmal entwickelte Anwendungen dagegen großen Nutzergruppen zur Verfügung stehen.

Trotzdem ist der Gartner-Analyst skeptisch: Der wunde Punkt sei die mangelnde Reife der Anwendungen. Unabhängig davon, ob die neuen Dienste auf der Grundlage von Microsofts ".net"-Technologie oder auf der konkurrierenden Java-Basis aufgesetzt würden: Noch bereiten sowohl die Anpassungen an die jeweilige IT-Architektur der Unternehmen als auch die träge Übertragung von Daten seinen Angaben nach Schwierigkeiten.

Rund ein Drittel der deutschen Unternehmen (30 Prozent) haben bereits eine Strategie zum Einsatz der neuen Technologie entwickelt und fast genau so viele (25 Prozent) betrachten Web-Services als bedeutsames oder sehr bedeutsames Thema. Dieses ergab eine Studie der Management- und IT-Beratung Cap Gemini Ernst & Young nach Befragung von 170 deutschen Unternehmen.

Noch steckt knapp die Hälfte (49 Prozent) der Studienteilnehmer in der Initialphase. Während sich knapp ein Drittel (29 Prozent) mit dem Aufbau einzelner Web-Services beschäftigen, sind bereits 15 Prozent konkret beim Ausbau. Bei drei Prozent sind Web-Services bereits Realität und werden im Unternehmen breit genutzt.  (ad)


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