Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0211/22460.html    Veröffentlicht: 04.11.2002 11:01    Kurz-URL: https://glm.io/22460

Spieletest: Need For Speed Hot Pursuit 2 - Traumauto-Raserei

Spiel für PC, Xbox, Gamecube und PS2 erhältlich

Die Need-For-Speed-Reihe genießt vor allem unter PC-Spielern einen exzellenten Ruf - schon mehrmals konnte man unter der NfS-Flagge mit sündhaft teuren Luxuskarosserien über wunderschöne Kurse hetzen. Der neueste Spross der Familie lässt nun Spieler mit fast jeder Hardware mitfahren, Need For Speed Hot Pursuit2 ist für PC, Xbox, Gamecube und PlayStation 2 erhältlich.

Bei den angebotenen Spielmodi wird Abwechslung groß geschrieben: Entscheidet man sich für den Hot-Pursuit-Modus, muss man fortan diverse Aufträge erfüllen - etwa einen bestimmten Wagen in der vorgegebenen Zeit zu einem vereinbarten Ziel bringen - ohne sich dabei von der Polizei schnappen zu lassen. Im Meisterschaftsmodus hingegen werden Rennen gegen die Zeit oder gegen mehrere CPU-Gegner gefahren, wobei jedes Rennen unter einem bestimmten Motto steht: Mal muss die Strecke in einem vorgegeben Modell bestritten werden, ein anderes Mal gilt es, nicht ans Ende des Fahrzeugfeldes zu geraten, da in jeder Runde der Letztplatzierte ausscheidet.

Screenshot #1
Screenshot #1
Die Aufgaben in diesen beiden Meisterschaften verzweigen sich mehrmals, wer also an einer bestimmten Stelle festhängt, kann sich in einem anderen Rennen versuchen und auch ohne alles zu gewinnen letztendlich den Meisterschaftspokal in der Hand halten. Jeder Sieg in den Meisterschaften bringt zudem Punkte und Geld, das sich wiederum im Herausforderungs-Modus einsetzen lässt, hier können dann neue Fahrzeuge und Strecken freigeschaltet werden.

Screenshot #2
Screenshot #2
Dabei darf man hier dann auch selber als Gesetzeshüter Jagd auf Raser machen: Entweder man versucht die Bösewichte durch gekonnte Rempler dingfest zu machen, oder man lässt Straßensperren errichten und fordert Hubschrauber an, die dann gezielte Bomben auf die Temposünder werfen. Spätestens an dieser Stelle dürfte klar werden, dass Hot Pursuit 2 nichts für Simulations-Anhänger ist - der Titel bietet durch und durch Arcade-Feeling.

Screenshot #3
Screenshot #3
Ein Schadensmodell wurde den zahlreichen Luxuskarossen von Ferrari, Mercedes oder Lotus zwar spendiert, Auswirkungen auf das Fahrverhalten haben Unfälle allerdings nicht. Dafür hat man teilweise auch so seine Müh und Not, die Wagen auf der Strecke zu halten, da sie oft zum Übersteuern und Ausbrechen neigen. Zudem ist die Kollisionsabfrage etwas seltsam - meist reicht ein kleiner Schubser vom Polizeiwagen schon aus, um vollkommen die Kontrolle über den Wagen zu verlieren und von der Strecke abzukommen. Beim recht aggressiven Fahrverhalten von Polizei und Gegnern kommt so leicht Frust auf, wenn man schon beim kleinsten Rempler den Wagen nicht mehr steuern kann, in die Böschung gerät, dann von der Polizei gestellt wird und das gesamte Rennen von vorne beginnen darf.

Screenshot #4
Screenshot #4
Hinsichtlich der technischen Umsetzung wird Hot Pursuit 2 leider nicht ganz dem guten Ruf der Serie gerecht: Zwar sind sowohl Autos als auch die Strecken hübsch modelliert, auf spektakuläre optische Effekte muss man allerdings verzichten. Auch soundtechnisch werden nur die üblichen Motorengeräusche und ein bisschen Sprachausgabe geboten, dafür ist der Rock-Soundtrack mit Künstlern wie Bush oder Uncle Kracker recht gut ausgefallen. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Konsolen-Versionen und der PC-Fassung sind recht gering, zwar ist die Streckenführung teils leicht variiert (so bietet die PS2-Version etwa ein paar Abkürzungen und alternative Streckenabschnitte mehr als die Xbox-Fassung), im Großen und Ganzen ist das Spiel aber auf allen Plattformen technisch und spielerisch identisch umgesetzt (die hier gezeigten Screenshots stammen von der Xbox-Fassung).

Fazit:
Gut, aber nicht herausragend - Need For Speed Hot Pursuit 2 glänzt mit einer Fülle an Spielmodi, abwechslungsreichen Aufgaben und einem beachtlichen Fuhrpark, kann hinsichtlich der Steuerung und der Präsentation aber nicht vollkommen überzeugen. Anhänger von Luxuskarosserien und wilden Verfolgungsjagden sollten aber dennoch zugreifen.  (tw)


© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/