Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0210/21956.html    Veröffentlicht: 02.10.2002 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/21956

Spieletest: Battlefield 1942 - Multiplayerspiel in WWII

Vielfältiger Fahrzeugpark - weitläufige Maps

Battlefield 1942, der von vielen lang erwartete Weltkriegs-Multiplayer-Shooter, ist nun im Handel. Das PC-Spiel versetzt den Spieler und ganze Heerscharen von Mitspielern an die Schauplätze bekannter Schlachten des Zweiten Weltkrieges. So kann man sich mit bis zu 64 Spielern gleichzeitig zu Fuß, in Fahrzeugen, von Schiffen und U-Booten und sogar aus der Luft bekriegen.

Der Spieler kann über 35 Fahrzeuge der Alliierten und Achsenmächte aus der Ich-Perspektive steuern und aus fünf Charakteren einen auswählen. Zur Verfügung steht ein Scout (Scharfschütze), ein Maschinenpistolenschütze sowie ein Panzerabwehrsoldat, ein Santitäter und ein Pionier. Der Scout besitzt ein Messer, eine Pistole, ein Scharfschützengewehr und drei Wurfgranaten, zusätzlich kann er mit seinem Fernglas Artillerieziele ausmachen.

Screenshot #1
Screenshot #1
Der Maschinenpistolenschütze verfügt über das obligatorische Messer, das jede Einheit mit sich führt, seine MP, eine Pistole und drei Wurfgranaten. Der Panzerabwehr-Soldat hat neben einer Panzerbekämpfungswaffe noch drei Wurfgranaten dabei, während der Sanitäter neben einer MP auch noch seinen Verbandskasten zum "Heilen" von Kameraden mit sich führt. Der Pionier hat ein Messer, eine Pistole, ein Gewehr, Landminen und Haftladungen samt Zünder bei sich und kann zudem noch zur Instandsetzung von Großgerät eingesetzt werden.

Screenshot #2
Screenshot #2
Zum Glück benötigt man nicht immer den Sanitäter, um seine Lebensenergie aufzufrischen, auch in manchen Gebäuden gibt es Erste-Hilfe-Schränke und natürlich auch Munitionskisten. Der Fußsoldat kann entweder stehen, sich ducken oder kriechen. Sowohl die Soldaten als auch die Fahrzeuge verfügen über Lebenspunkte, die grafisch symbolisiert werden.

Screenshot #3
Screenshot #3
Der Spieler kann entsprechend den historischen Vorgaben entweder die Rolle des Angreifers oder Verteidigers einnehmen. Im Einzelspielermodus werden die Mitspieler durch "Bots" ersetzt, wie man sie auch aus anderen First-Person-Shootern kennt. Steigt man allerdings in den Internet- oder LAN-Modus ein, kann man sich mit realen Spielern messen, was alleine schon auf Grund der Möglichkeit, sich untereinander abzusprechen und gemeinsam gegen den Gegner vorzugehen, viel mehr Freude bringt als alleine gegen eine Übermacht von KI-gesteuerten Feinden vorzugehen.

Sofern auf der jeweiligen Karte vorhanden kann man beispielsweise Jeeps, Panzer, Flugzeuge (Jäger oder Bomber) sowie Zerstörer oder sogar einen Flugzeugträger steuern. Dabei sind je nach Fahrzeugtyp auch mehrere Mitspieler zugelassen, so dass beispielsweise ein Spieler als Panzerkommandant und der andere als Fahrer fungieren kann.

Screenshot #4
Screenshot #4
Battlefield 1942 bietet große und detaillierte Karten, die es dem Spieler erlauben, verschiedene Kriegspläne strategisch zu entwickeln. Die Kampfszenen in Battlefield 1942 finden an den Schauplätzen des Zweiten Weltkriegs in Europa, dem Pazifikraum, Osteuropa und Nordafrika statt. Insgesamt gibt es mehr als 16 Karten von vier Schauplätzen des Zweiten Weltkriegs.

Battlefield 192 bietet in der Multiplayerversion mehrere Spielmodi wie Deathmatch, Co-Op, Capture the Flag oder Conquest. Auf einer kleinen Karte sieht man immer die aktuelle Situation und die Stützpunkte, die der einen oder anderen Seite gehören. Wenn die Spielfigur ihr Leben ausgehaucht hat, kann man an den Respawn-Punkten, die der eigenen Seite gehören, praktisch "wieder geboren" werden und steigt erneut ins Kampfgeschehen ein. Das Ziel des Conquest-Spiels ist, eine bestimmte Anzahl bzw. alle Außenposten zu erobern oder zu halten. Die Übernahme eines gegnerischen Stützpunktes geschieht, indem die Spielfigur eine bestimmte Zeit in diesem Bereich verharrt, ohne das gegnerische Einheiten anwesend sind.

Screenshot #5
Screenshot #5
Battlefield 1942 verwendet eine eigene Engine namens Refractor 2 zur Darstellung der Grafiken. Diese sind recht gut gelungen, wobei man allerdings keine so düstere und realistische Atmosphäre erzielen kann, wie in Medal of Honor - Allied Assault. Der Sound besteht größtenteils aus Explosions-, Fahr- und Schussgeräuschen, die auch recht gelungen sind, aber keineswegs zur Spitzenklasse zählen.

Die Hardwareanforderungen des Spiels sind recht hoch, vor allem, wenn man in höheren Auflösungen spielen möchte. Ein Pentium III oder vergleichbare Plattformen ab einem Gigahertz einer Grafikkarte mit mindestens 64 MB RAM, die Transform & Lighting unterstützt, sollten es schon sein, um das Spiel genießen zu können.

Die physikalischen Effekte liegen klar auf der Arcade- und nicht auf der Simulationsseite. Wer Wert auf realistischeres Verhalten vor allem bei Panzern und Flugzeugen legt, der sollte sich das Multiplayerspiel WWII Online ansehen, das seit unserem Test enorme Erweiterungen erfahren hat.

Fazit:
Während der Singleplayermodus praktisch nur zum Üben geeignet ist und keinesfalls den Kauf des Spiels rechtfertigen sollte, ist der Multiplayer-Part nicht ohne Reiz. Man sollte wenn möglich versuchen, nicht als Einzelkämpfer, sondern in der Gruppe zu agieren, so entsteht auch nicht der etwas frustrierende und arcademäßige Eindruck, den man im Singleplayerspiel gewinnt. Leider sind Spieler auf vielen öffentlichen Servern dazu nicht bereit, was aber kein Fehler des Spiels, sondern ein bei vielen Shootern zu beobachtendes Phänomen ist. Interessenten sei die kostenlose Demo (130 MB) empfohlen, mit der man das Multiplayerspiel testen kann, bevor man die ca. 42 bis 52 Euro, die die Vollversion im Handel kostet, ausgibt.  (ad)


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Links zum Artikel:
EA - Battlefield 1942 (.com): http://www.ea.com/eagames/main/pccd/battlefield1942/
Electronic Arts: http://www.electronicarts.de/

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