Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0209/21838.html    Veröffentlicht: 25.09.2002 13:37    Kurz-URL: https://glm.io/21838

Spieletest: Stuntman - Gewagte Fahrmanöver auf der PS2

Neues Rennspiel von Reflections

Mit den Rennspielen Driver 1 & 2 machte sich das Entwicklerstudio Reflections auf der PlayStation einen Namen. Stuntman heißt der neueste Titel der Entwickler - und wieder muss man in waghalsigen Fahraktionen sein Können beweisen.

Diesmal schlüpft man in die Rolle eines Hollywood-Stuntman, der sich durch gekonnte Manöver von einfachen Low-Budget-Produktionen zu hochklassigen Blockbustern hocharbeiten will. In sechs verschiedenen, entfernt an reale Vorbilder wie Indiana Jones oder James Bond erinnernden Filmen muss man dabei in mehreren Szenen sein Können unter Beweis stellen.

Screenshot #1
Screenshot #1
Jede Szene besteht dabei aus einer ganzen Reihe von Aufgaben, die nacheinander zu erfüllen sind. Ein Briefing vor der Mission gibt es nicht - der Regisseur erteilt einem die Anweisungen erst dann, wenn die Szene bereits läuft. Dabei sind die auszuführenden Aktionen recht vielseitig, neben noch recht einfachen 180-Grad-Drehungen oder Fahrten durch enge Passagen muss auch öfter mal über eine Rampe gesprungen oder ein großer Unfall inszeniert werden.

Screenshot #2
Screenshot #2
Hat man eine Szene erfolgreich beendet, lohnt sich das Ansehen der Wiederholung - die zahlreichen unterschiedlichen Perspektiven machen das Anschauen der eigenen Fahrmanöver zu einem recht großen Vergnügen. Hat man alle Stunts zu einem Film erledigt, wird man sogar mit einem kurzen Film belohnt.

Screenshot #3
Screenshot #3
Bis dahin ist es allerdings ein recht langer Weg. Schon Driver schreckte Anfänger mit seinem sehr hohen Schwierigkeitsgrad ab, bei Stuntman blieben sich die Mannen von Reflections treu und schufen wiederum ein Spiel, bei dem frustrierende Momente an der Tagesordnung sind. Gespeichert wird nach der erfolgreichen Ausführung eines Stunts - hat man also zuvor die geforderten Wagen überholt, Kisten gerammt und kurz vor der Klippe gebremst, dann aber leider dem entgegenkommenden LKW nicht mehr schnell genug ausweichen können, erfreut man sich am Anblick des Lade-Screens und darf die ganze Szene nochmals spielen.

Screenshot #4
Screenshot #4
Immerhin ist die Steuerung eingängig, egal ob man sich mit klassischen amerikanischen Sportwagen, Luxus-Karosserien oder gar Schneemobilen fortbewegt. Wer vom fordernden Missions-Modus auf Grund anhaltender Erfolglosigkeit die Nase voll hat, kann sich zudem in der Stunt-Arena frei und ohne Druck an neuen Sprüngen und Manövern versuchen.

Grafisch und soundtechnisch bietet Stuntman gehobene Mittelklasse. Das Spiel sieht im Großen und Ganzen recht gut aus, gelegentliche Ruckler trüben den optischen Eindruck ein bisschen. Die (deutsche) Sprachausgabe und die wenigen Soundeffekte sind durchweg gelungen, die kurzen Zwischensequenzen hingegen wirken teilweise etwas lieblos.

Fazit:
Stuntman hat vor allem einen Nachteil - es ist unglaublich schwer. Gerade in den späteren Missionen werden auch erfahrene PS2-Piloten das Pad frustriert in die Ecke schmeißen. Ansonsten gibt es aber wenig Grund zur Klage - die Spielidee ist halbwegs frisch und kombiniert klassisches Rennspiel mit schnellen Aktionen. Wer über Ausdauer verfügt, sollte sich den Spaß, den Stuntman macht, nicht entgehen lassen.  (tw)


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