Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0209/21621.html    Veröffentlicht: 12.09.2002 09:22    Kurz-URL: https://glm.io/21621

iFinder: Suchmaschine für Multimedia-Daten

Fraunhofer IMK präsentiert multimediales Suchsystem

Die International Broadcasting Convention IBC im Amsterdamer RAI Kongresszentrum zeigt vom 13. bis 17. September die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der elektronischen Medien - Internet, Multimedia, Film, Radio, Satelliten und Übertragung. Das Fraunhofer-Institut für Medienkommunikation IMK präsentiert auf der IBC eine der ersten Entwicklungen auf der Basis des neuen MPEG-7-Standards: das multimediale Suchsystem iFinder.

Das rasante Wachstum multimedialer Daten in den vergangenen Jahren erfordert ein neues Managementsystem, mit dem sich Daten transparent verwalten lassen. Der Nutzer soll nicht nur Texte, sondern auch Videos und Sprachdaten im Internet oder in Archiven schnell und unkompliziert recherchieren können.

Wissenschaftler des IMK-Kompetenzzentrums NetMedia haben einen Prototypen zur Indexierung und Archivierung von Multimediadaten entwickelt. Nachrichtendokumente oder Bundestagsreden werden mit Hilfe des iFinders automatisch gegliedert, klassifiziert und in einer Datenbank abgelegt. Auf der Basis der Beschreibungssprache MPEG-7 werden die charakteristischen Merkmale der Daten erfasst, extrahiert und als Zusatzinformationen (Metadaten) abgespeichert. Diese Metadaten, die mit Hilfe von Sprach- und Gesichtserkennungsverfahren erzeugt werden, enthalten nicht nur die Stichworte zum Inhalt der Reden, sondern auch Informationen zum Redner.

Mit dem iFinder werden beispielsweise beim Prototypen für die Bundestagsdebatten schnell und präzise alle Abgeordneten recherchiert, die sich zum Thema "Bundeswehreinsatz in Afghanistan" geäußert haben. Die entsprechenden Videoabschnitte können entweder heruntergeladen oder als Videostreams abgespielt werden.

Der iFinder ermöglicht mit seinem auf dem XML-Schema basierenden MPEG-7-Standard nach Angaben der Forscher äußerst zuverlässige Suchergebnisse. Eine XML-Datenbank, CORBA-Schnittstellen und das ISIP-Spracherkennungs-Toolkit sollen das System erweitern und über das Web zugänglich machen.  (ad)


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