Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0209/21607.html    Veröffentlicht: 11.09.2002 10:45    Kurz-URL: https://glm.io/21607

Intel: Notebook-CPU Banias soll intelligenter Strom sparen

... und dennoch mehr Leistung bringen

Auf dem Intel Developer Forum (IDF) hat Intel weitere Details des stromsparenden Notebookprozessors mit Codenamen Banias vorgestellt, der in der ersten Jahreshälfte 2003 auf den Markt kommen soll. Mit Banias soll WLAN zudem zum Standard in Notebooks werden.

Die komplett neue Prozessor-Mikroarchitektur des Banias soll unter anderem vier neue Techniken beherbergen: "Advanced Branch Prediction", "Micro-Op Fusion", einen Energie-optimierter Prozessor-Bus und einen "Dedicated Stack Manager". Insgesamt will man damit die Leistung erhöhen, ohne dabei jedoch den Akku stärker zu belasten.

Die Advanced Branch Prediction ("Erweiterte Sprungvorhersage") soll das bisherige Verhalten eines Programms analysieren und vorhersagen, welche Operationen es wahrscheinlich in Zukunft anfordern wird. Dies soll eine höhere Leistung bringen, da so falsche Vorhersagen minimiert werden können. Falls mehrere Operationen zur gleichen Zeit ausgeführt werden sollen, können sie von der neuen Micro-Op-Fusion-Technik zu einer einzelnen Operation verschmolzen und damit sowohl Leistung als auch Energieeffizienz verbessert werden.

Im Gegensatz zu vielen aktuellen Systemen, die auch inaktive Komponenten weiter mit Strom versorgen, soll der "Power Optimized Processor System Bus" Strom nur dorthin liefern, wo er gebraucht wird. Dafür erlaubt man im Bus niedrige Spannungsschwankungen und implementiert ein striktes Buffer-Management. Der "Dedicated Stack Manager" soll das System überwachen und dafür sorgen, dass der Prozessor trotz aktiver Stromsparmechanismen Programminstruktionen ohne Unterbrechung ausführen kann.

Intels Chipsatz für den Banias-Prozessor soll zudem WLAN nach den Standards 802.11a (54 Mbps) und 802.11b (11 Mbps) integrieren, der ebenfalls für stromsparende Nutzung konzipiert sein soll. Intels "PROSet"-Software soll zudem dafür sorgen, dass der Wechsel von einem drahtgebundenen Ethernet-Netz in ein WLAN-Netz und zurück nahtlos im Betrieb stattfinden kann, ohne dass Anwendungen zuerst beendet werden müssen. Konflikte mit gleichzeitig betriebenen Bluetooth-Netzwerken, die wie 802.11b-WLAN im 2,4-GHz-Frequenzband arbeiten, sollen durch eine spezielle Intel-Technik vermieden werden.

Wenn es um drahtgebundene Netze geht, ist Gigabit-Ethernet auf dem Vormarsch. Damit dieses auch in Notebooks genutzt werden kann, hat Intel auf dem IDF den ersten stromsparenden Gigabit-Ethernet-Controller für mobile PCs vorgestellt. Der Intel 82540EP Gigabit Ethernet Controller ist pinkompatibel zu Intel-10/100-LAN-On-Motherboard-(LOM-)Chips und soll so auch in bestehende Mainboard-Designs integriert werden. Der Gigabit-Chip ist kompatibel zu 10/100-Mbps-Ethernet, verfügt über automatische Abschaltmechanismen und soll damit im Vergleich zu konkurrierenden Controllern bis zu 75 Prozent weniger Energie verbrauchen.

Details zu Taktraten und dem genauen Prozessoraufbau machte Intel noch nicht. Dafür wies man darauf hin, dass man mit der Banias-Plattform erstmals die Kriterien Leistung, Akkulebenszeit, Vernetzung und Formfaktor angehe.  (ck)


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