Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0209/21518.html    Veröffentlicht: 04.09.2002 19:01    Kurz-URL: https://glm.io/21518

IBM Ice Cube - 26.000 Gigabyte gewürfelt

Innovatives Designkonzept für eine modulare Speicherlösung

Auf der 5. Internationalen Design Konferenz in Berlin hat IBM-Chefdesigner Lee Green der Golem.de-Redaktion ein neues Konzept für einen modularen Storageserver präsentiert. Der "Ice Cube" genannte Speicherwürfel soll bis zu 26.000 Gigabyte Daten speichern und Daten von fehlerhaften Modulen automatisch auslagern.

Einzelne Datenwürfel
Einzelne Datenwürfel
Das Konzept besteht aus einem Sockel, auf den bis zu 27 einzelne würfelförmige Module zu einem großen Quader zusammengesteckt werden können. Das Besondere am Ice Cube ist nicht etwa das hübsche, an den Gamecube erinnernde Design oder die große Datenmenge, sondern die Art und Weise, wie die einzelnen Würfel gekühlt und miteinander verbunden werden:

Einfaches Einstecken
Einfaches Einstecken
Jeder Datenwürfel hat eine abgeflachte metallene Ecke, die beim Einstecken automatisch mit einer Wasserkühlungsleiste des Sockels verbunden wird und somit die Wärme aus dem Würfelgehäuse ableiten soll. Die Anbindung der Datenwürfel mit dem Sockel und untereinander erfolgt ohne anfällige Steckverbindungen. Stattdessen setzt IBM auf großflächige, robuste Keramikflächen. Berühren sich deren einzelne Kontaktfelder, ist die Verbindung hergestellt und der Datenwürfel wird eingebunden. Empfindliche Pins oder anfällige Lüfter soll es also nicht geben.

Komplettausbau: 27 Würfel
Komplettausbau: 27 Würfel
Droht einer der Datenwürfel auszufallen, so soll die Elektronik dies mitbekommen und eine automatische Auslagerung der Daten auf andere Würfel erfolgen. Der defekte Würfel wird dann umgangen. Green betonte aber, dass es eigentlich nicht nötig sei, denn das System sei auf eine Betriebsdauer von etwa zehn Jahren ausgelegt und der Ausfall einzelner Datenwürfel nicht gravierend. Zumal mit fortschreitender Entwicklung die einzelnen Datenwürfel immer mehr Speicherkapazität bieten sollen, so dass bei noch nicht vollständigem Ausbau weitere Kapazität nachgesteckt werden kann. Der Austausch der Datenwürfel sei in der aktuellen Konzeption zwar möglich, allerdings im laufenden Betrieb nicht sinnvoll.

Noch ist der Ice Cube eine Konzeptstudie, man darf gespannt sein, ob und wann IBM entsprechende Produkte selbst fertigen oder die Technik an Dritte in Lizenz vergeben wird.  (ck)


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