Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0209/21484.html    Veröffentlicht: 03.09.2002 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/21484

Spieletest: Project Zero - Horror-Shocker für die PS2

Action-Spiel mit Gänsehaut-Garantie

Spiele wie Resident Evil oder Silent Hill leben vor allem von ihrer morbiden Atmosphäre und den zahlreichen Schockelementen, die immer wieder für Adrenalin-Stöße beim Zocken sorgen. Die Entwickler von Tecmo haben mit Project Zero nun ebenfalls ein Spiel geschaffen, das Personen mit schwachen Nerven lieber nicht ausprobieren sollten.

Schauplatz des von Wanadoo veröffentlichten PS2-Spieles ist ein verlassenes und von einem Fluch heimgesuchtes Landhaus, in dem Geister ihr Unwesen treiben. Der Spieler übernimmt die Rolle der jungen Miku, die auf der Suche nach ihrem verschollenen Bruder eben dieses geheimnisumwitterte Anwesen betreten muss.

Screenshot #1
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Im Gegensatz zu anderen, prinzipiell ähnlichen Spielen rückt man den bösen Geistern hier allerdings nicht mit einer Vielzahl unterschiedlicher Waffen zu Leibe, sondern ist lediglich mit einer Kamera ausgestattet. Diese allerdings hat besondere Kräfte - sobald sich ein Geist in der Nähe befindet, leuchtet ein rotes Lämpchen am Apparat auf. Dann heißt es, schnell in den Suchermodus umzuschalten und mit der Kamera den Geist ausfindig zu machen und den Auslöser zu drücken, wodurch man den Geistern ihre Energie entzieht und gleichzeitig die Fähigkeiten der Kamera auflädt.

Screenshot #2
Screenshot #2
Je stärker die Kamera ist, umso früher nimmt sie die Anwesenheit von Geistern wahr. Zudem gibt sie auch Hinweise: Ein blau leuchtendes Lämpchen deutet darauf hin, dass in der Nähe ein Tipp oder ein für das Weiterkommen wichtiger Gegenstand zu finden ist.

Screenshot #3
Screenshot #3
Die Inszenierung des Spieles ist teilweise wirklich filmreif: Eine hervorragende Soundkulisse mit zahlreichen Schock-Effekten, eine sehr gute, englische Sprachausgabe (auf Wunsch auch mit deutschen Untertiteln) und eine düstere Szenerie sorgen für anhaltend gruselige Stimmung. Wenn das Pad im Herzschlag-Takt vibriert, urplötzlich das Lämpchen der Kamera rot aufleuchtet und man hinter sich ein Geräusch vernimmt, wird auch der abgebrühteste Spieler kaum ruhig bleiben können.

Screenshot #4
Screenshot #4
In puncto Gameplay sind allerdings auch kleinere Mängel zu entdecken: Oftmals sind die Rätsel im Anwesen derart vertrackt, dass man längere Zeit planlos im Dunkeln umhertappt und nach dem Ausgang Ausschau hält. Und auch die Zähigkeit der Geister macht einem zu schaffen - hat man sie nicht schnell genug und genau anvisiert, ist das eigene Leben recht schnell vorbei.

Fazit:
Abgesehen vom etwas zu hohen Schwierigkeitsgrad bietet Project Zero feinste Horror-Atmosphäre, die es auch mit großen Titeln wie Silent Hill 2 problemlos aufnehmen kann. So oft wie hier hat man sich zweifellos schon lange nicht mehr in einem PlayStation-2-Spiel erschreckt.  (tw)


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