Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0208/21168.html    Veröffentlicht: 13.08.2002 09:10    Kurz-URL: https://glm.io/21168

Chip-Fingerabdrucksysteme sollen Mobiltelefone schützen

Studie zum Weltmarkt für chipbasierte Fingerabdrucksysteme

Nach einer Studie kommen im Segment Fingerabdruckerkennung derzeit verstärkt chipbasierte Systeme auf den Markt und treten in Wettbewerb mit den bisher eingesetzten optischen Sensoren. Vor allem tragbare Geräte wie Mobiltelefone und Laptops sollen mit den Fingerabdruckchips ausgerüstet werden. Entsprechend positiv bewertet die Unternehmensberatung Frost & Sullivan das Marktgeschehen. Wurden im Jahr 2001 weltweit gerade einmal 5,1 Millionen US-Dollar Umsatz erzielt, so können die Anbieter im Jahr 2006 mit mehr als 424 Millionen US-Dollar rechnen.

Gerade die Anwendung in Mobiltelefonen scheint ein lukrativer Einsatzbereich zu sein, da in Zukunft verstärkt finanzielle Transaktionen über diese Geräte getätigt werden sollen. Die kleinen, auf einem Chip mit entsprechender Schutzfolie aufgebrachten Sensoren können dabei unauffällig in moderne Designs integriert werden. Als weiteres wichtiges Einsatzfeld gelten Computernetzwerke und PCs. Hier können - wie vereinzelt schon geschehen - die Fingerabdruckchips in Tastaturen oder Mäuse eingebaut werden und eine höhere Sicherheit als durch einfache Passwort-Abfragen bieten.

Auch in Geldautomaten und in Automobilen könnten die biometrischen Systeme für mehr Sicherheit sorgen. Im bisher bedeutendsten Absatzmarkt für Fingerabdrucksysteme, dem Segment Zugangs- und Anwesenheitskontrolle, greifen die Größen- und Kostenvorteile nach der Studie nicht unbedingt. Hier sehen die Analysten einen harten Konkurrenzkampf mit den Anbietern der bisher gebräuchlichen optischen Systeme voraus.

Neben dieser Konkurrenz ist der neuentstehende Markt aber auch schon intern sehr wettbewerbsträchtig. Große Chiphersteller wie Infineon Technologies und ST Microelectronics konkurrieren gegen Spezialanbieter wie AuthenTec. Im Jahr 2001 konnte AuthenTec mit 26,7 Prozent Umsatzanteil die Marktführerschaft erlangen. Knapp dahinter mit 25,5 Prozent folgte ST Microelectronics vor Infineon Technologies (19,3 Prozent) und Atmel Corporation (19,2 Prozent). Die verbleibenden 9,3 Prozent verteilten sich auf die Unternehmen Ethentica, Fingerprint Cards, Fujitsu Microelectronics, Sony und Veridicom. Laut Frost & Sullivan sind die großen Chiphersteller am besten positioniert. Sie verfügen über ausreichende finanzielle Ressourcen und entsprechendes Know-how. Zudem können sie auf eine Integration der Fingerabdruckchips in andere Systeme wie Smart Cards hinarbeiten, so die Studienautoren.

Der Titel der 1.520,- Euro teuren Analyse lautet: "World Silicon Chip Fingerprint Markets".  (ad)


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