Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0206/20208.html    Veröffentlicht: 07.06.2002 10:10    Kurz-URL: https://glm.io/20208

Sony: Vampire Night kommt doch nach Deutschland

Vampire Night für PlayStation 2 erhält USK 16

Sony Computer Entertainment Deutschland (SCED) bringt das PlayStation-2-Spiel Vampire Night nun doch auf den deutschen Markt. Auf Anfrage von SCED bestätigte die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) das am 19. Dezember 2001 erstellte Gutachten für das Arcade-Action-Spiel. Vampire Night mit der USK ab 16 Jahre kommt am 19. Juni 2002 zum Preis von 59,95 Euro in den deutschen Handel.

Noch vor wenigen Tagen hatte die Deutschlandzentrale von SCE erwogen, die Markteinführung des Titels zu verschieben. Damit wollte das Unternehmen nach eigenen Angaben die Konsequenzen aus der laufenden Diskussion um den Jugendschutz ziehen.

"Das Spiel stellt im Sinne des Gesetzes keine Gefährdung der Jugend dar. Das meint ja die USK-16-Empfehlung auch", so Manfred Gerdes, Geschäftsführer Sony Computer Entertainment Deutschland.

Im Prüfbericht der USK heißt es: "Eine Indizierung gemäß GjS (Gesetz über die Verbreitung jugendgefährdender Schriften und Medieninhalte) nach den Kriterien einer Jugendgefährdung wird von den Gutachtern, sollte ein Antrag bei der BPjS (Bundesprüfstelle für jugendgefährdete Medien) gestellt werden, aufgrund bisheriger Spruchpraxis der BPjS für unwahrscheinlich gehalten."

Meinung:
Nach der anfänglichen Aussage von Sony, das Spiel nicht auf den deutschen Markt zu bringen, ging ein Aufschrei der Entrüstung in der deutschen Spielerszene um, deren volljährige Mitglieder Selbstzensur des Unternehmens und vorauseilenden Gehorsam kritisieren. Nun wird sich Sony den Vorwurf gefallen lassen müssen, die angebliche "Konsequenz" aus der Jugendschutzdiskussion, die noch lange nicht alle parlamentarischen Hürden genommen hat, fast schon als kurzlebig-effekthascherisches PR-Instrument im Sinne eines angeblich gesellschaftlich-verantwortlich handelnden Unternehmens missbraucht zu haben. Es scheint so, dass die Absatzorientierung deutlich überwiegt.  (ad)


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